Worum geht es? Auf der albanischen Insel «Sazan» an der Adriaküste planen Ivanka Trump und Jared Kushner ein Luxus-Resort. Der Bau im unbewohnten Naturschutzgebiet soll vier Milliarden Dollar kosten und das Hotel Platz für Tausende Gäste bieten. Gegen dieses Projekt gibt es in Albanien Widerstand und die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Korruptionsverdachts.
Es ist nicht das einzige umstrittene Immobilienprojekt der Trumps. Die Familie investiert weltweit in Luxusprojekte. Kritiker werfen Kushner und seiner Frau vor, die Präsidentschaft von Trump für eigene Geschäfte zu nutzen.
Woher kommt das Geld? Der Grossteil des Geldes kommt von Jared Kushners Investitionsfirma «Atlantic Incubation Partners LLC». Er hatte sie nach Trumps erster Amtszeit gegründet – mehrheitlich gespeist mit Geld aus Saudi-Arabien. Daneben sind weitere Firmen beteiligt, unter anderem aus Katar.
Warum ausgerechnet die albanische Insel Sazan? Ivanka Trump habe sich während der Jachtferien an der albanischen Küste in die Insel verliebt: «Wir sind auf die Insel geschwommen, barfuss über den weissen Sand gegangen und waren fasziniert», erzählt sie in einem Podcast. Sie habe gespürt, dass sie diese Herausforderung annehmen müsse, schwärmt Ivanka Trump. Wie sie von «der Entdeckung dieser privaten Insel» spricht, sorgt in Albanien für Empörung – und in den USA für Belustigung, etwa in der Daily Show.
Daily Show zum Luxus-Projekt: «Im Impuls eine Insel gekauft»
Weniger romantisch formuliert es SRF-Auslandredaktor und Balkan-Kenner Janis Fahrländer: «Sie haben eine Geschäftsgelegenheit gesehen und beim Schopf gepackt.» Die albanischen Behörden hätten das Projekt gar gefördert und Kushner den Status eines «strategischen Investors» verliehen. «Die albanische Regierung versucht schon lange, ihre Wirtschaft durch Tourismus anzukurbeln.»
Auch die gegenüberliegende Lagune auf dem Festland soll bebaut werden. Doch: «Die Lagune ist ein Naturschutzgebiet und ökologisch einmalig, denn sie ist das Delta des Flusses Vjosa. Das ist der letzte wilde Fluss in Europa und Nistplatz von Pelikanen und Flamingos.» Entsprechend gross ist die Kritik von Umweltschutzorganisationen.
Was sind andere umstrittene Projekte der Trumps? Kushners Firma investiert weltweit in Luxusimmobilien. Bereits letztes Jahr sorgte ein Bauprojekt von Kushner in der serbischen Hauptstadt Belgrad für Aufruhr.
Und auch US-Präsident Donald Trump expandiert seine «Trump Organization» kontinuierlich. Ursprünglich als New Yorker Immobilienkonzern gestartet, baute Trump daraus ein internationales Markenunternehmen mit Luxusresidenzen, Golfplätzen und Lizenzgeschäften. 2017 gab Trump die operative Führung an seine Söhne ab, doch die Firmenanteile behält er bis heute in einem Trust.
Die «Trump Organization» expandiert in mehreren Weltregionen: in Saudi-Arabien, Katar, Dubai, Oman, Indien – oft entstehen Luxusresorts, mancherorts Wolkenkratzer. Besonders in der Kritik steht ein Projekt in Vietnam: In der Provinz Hung Yen, nahe der Hauptstadt Hanoi, soll für 1.5 Milliarden ein Luxusresort inklusive Golfplatz auf insgesamt 990 Hektar Land gebaut werden. Doch genau dort, wo Trump bauen will, befindet sich ein Soldatenfriedhof. Hunderte im Krieg gefallene vietnamesische Soldaten liegen dort, oft leben die Angehörigen in der Nähe. Ebenso wie der Friedhof, müssen nun auch sie weichen. Rund 4000 Haushalte – meist kleine Bauernhöfe – sind betroffen.