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International US-Abhördienst zieht die Zügel an

Seit Tagen sorgen die Enthüllungen des früheren NSA-Mitarbeiters Snowden für immer neue Schlagzeilen. In der Zentrale des Abhördienstes in Maryland dürften nun die Köpfe rauchen: Wie konnte es dazu kommen, dass ein IT-Mitarbeiter an so brisante Informationen kam? Nun gibt es strengere Regeln.

Nach den Enthüllungen seines früheren Mitarbeiters Edward Snowden will der US-Geheimdienst NSA die Sicherheitsvorkehrungen verschärfen. Nach den Worten von NSA-Chef Keith Alexander soll es künftig möglich sein, Computerexperten wie Snowden künftig besser zu überwachen. Snowden habe «einige unserer Geheimnisse gestohlen», sagte Alexander in einem Fernsehinterview.

Snowden, der sich am Sonntag aus seinem ersten Zufluchtsort Hongkong absetzte, hatte noch vor Abflug weitere dieser Geheimnisse ausgepackt. Wie er in einem Interview mit der Hongkonger Zeitung «South China Morning Post» sagte, soll der NSA auch in China ausgiebig gespäht haben.

Attacke gegen Glasfasernetz

So soll es 2009 Angriffe auf Computer von Pacnet in Hongkong gegeben haben, die seither aber offenbar eingestellt wurden. Pacnet ist Betreiber eines der grössten Glasfasernetze in der Asien-Pazifik-Region und wickelt auch Internetverkehr mit den USA ab.

Zudem soll es Angriffe auf die renommierte Tsinghua-Universität gegeben haben. Damit dürfte es der Abhördienst auf eines der sechs grossen Netzwerke des Landes abgesehen haben – das Bildungs- und Forschungsnetzwerk Cernet, das an der Universität angesiedelt ist. Cernet war das erste Internet-Netzwerk in China und hat sich zum grössten Forschungsnetz entwickelt.

Beim jüngsten Angriff im Januar seien allein an einem Tag mindestens 63 Computer und Server der Universität gehackt worden, berichtete Snowden.

900 Milliarden SMS

Der Abhördienst habe auch Mobilfunkanbieter in China angegriffen, um SMS-Kurznachrichten abzufangen, berichtete Snowden. Solche Kurznachrichten über Handy sind in China ein besonders beliebtes Kommunikationsmittel.

Video
US-Informant enthüllt britische Methoden
Aus Tagesschau vom 22.06.2013.
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Britische Methoden enthüllt

Erst am Freitag hatte die britische Zeitung «Guardian» unter Berufung auf Unterlagen Snowdens berichtet, dass der britische Geheimdienst ein noch viel umfangreicheres Abhörprogramm betreiben soll als die USA.

Der Abhördienst GCHQ (Government Communications Headquarters) könne täglich bis zu 600 Millionen Telefonverbindungen erfassen, zitiert die Zeitung den  IT-Spezialisten Snowden.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Carl Matthias Scheel , Mülheim
    Ich finde es sehr mutig von Herrn Snowden, dass er ein Risoko für Leib und Leben eingeht um diese brisanten Informationen ans Licht zu bringen. Aus diesem Grunde schlage ich vor ihn mit Couragepreis auszuzeichnen.
  • Kommentar von A. Guant , Sunnybeach
    eine Entschuldigung an die Freunde von USA u.UK darf nicht zu knapp ausfallen.Zu bedenken gibt es auch,dass wenn man den USA u.UK als Freunde nicht mehr trauen darf,dann wird über kurz oder lang auch das Vertrauen in US-Dollar,UK-Pfund, US-Börse u.UK-Börse ins bodenlose sinken.Firmen weltweit werden Geschäftsbeziehungen mit US-/UK-Firmen meiden,ja sogar sanktionieren.Hier haben die USA u.UK deutlich "die rote Linie" überschritten,ohne Milliardenklagen wegen Industriespionage einzurechnen.
  • Kommentar von JP.Simon / Nietzscheaner , Bern
    Die Welt als Achse des Bösen u. andere Länder zu Schurkenstaaten zu erklären, hat den Sunny-Boy aus Kalifornien vom drittklassigen zum erstklassigen Schauspieler katapultiert. Doch ein erstkl. Schauspieler als Politiker, von denen es zu viele gibt, ist schon etwas anderes als ein erstkl. Schauspieler, wo es wirklich um das Können eines Schauspielers geht und diesen Unterschied den Unterschied ausmacht.