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Experten-Einschätzung zur Protestaktion im russischen TV
Aus 10 vor 10 vom 14.03.2022.
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Mutige Aktion in Russland «Sie belügen Sie hier» – Kriegsgegnerin unterbricht TV-Sendung

Mit einem Protestplakat und lauten Rufen hat eine Kriegsgegnerin im russischen Staatsfernsehen für eine Unterbrechung der abendlichen Hauptnachrichtensendung gesorgt.

Während der Live-Übertragung am Montag um 21.00 Uhr Moskauer Zeit (19.00 Uhr MEZ) sprang plötzlich eine Frau hinter Nachrichtensprecherin Jekaterina Andrejewa ins Bild und hielt ein Schild mit der Aufschrift «Stoppt den Krieg. Glaubt der Propaganda nicht. Hier werdet ihr belogen» hoch.

Dazu rief sie mehrmals laut: «Nein zum Krieg, Nein zum Krieg, Nein zum Krieg!» Anschliessend brach die Übertragung ab und es wurden Bilder aus einem Krankenhaus gezeigt.

Der Videoausschnitt verbreitete sich umgehend in sozialen Netzwerken. Vor allem russische Oppositionelle lobten die Frau für ihren Mut. «Was Mut wirklich bedeutet», schrieb der Pianist Igor Levit bei Twitter.

In Russland ist es Medien verboten, den russischen Einmarsch in die Ukraine als «Krieg» oder «Invasion» zu benennen. Stattdessen ist offiziell von einer «militärischen Spezialoperation» die Rede.

Rede von Festnahme

Medienberichten zufolge handelt es sich bei der Frau um eine Mitarbeiterin des Staatsfernsehens, die ihre Protestaktion zuvor in sozialen Netzwerken angekündigt haben soll. Als Begründung soll sie angegeben haben, dass ihr Vater Ukrainer und der Krieg gegen das Nachbarland ein «Verbrechen» sei, für das Kremlchef Wladimir Putin verantwortlich sei.

Sie soll nach der Aktion festgenommen worden sein. Der erste russische Fernsehkanal sprach in einer Mitteilung lediglich von einem «Vorfall» während der Sendung «Wremja» und kündigte eine interne Prüfung an.

10vor10, 14.03.2022, 21:50 Uhr;

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