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Legende: Video Muttermilchforschung (Tagesschau Mittag vom 07. Juli 2015) abspielen. Laufzeit 01:52 Minuten.
Aus Tagesschau vom 07.07.2015.
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Schweiz Lehrstuhl zu Muttermilch stösst sauer auf

Die Universität Zürich richtet einen Lehrstuhl für die Erforschung der Muttermilch ein. Eine Familien-Stiftung schenkt der Universität dazu 20 Millionen Franken. Kritiker beurteilen die neueste Professur als heikel.

«Kein Ersatzprodukt erreicht die Qualität, die Vollkommenheit und die Vorzüge menschlicher Muttermilch.» Davon ist die Familie Larsson-Rosenquist Stiftung überzeugt, wie sie auf ihrer Homepage schreibt. Damit ihre Überzeugung auch wissenschaftlich nachweisbar ist, will die Stiftung weltweit Lehrstühle an Universitäten fördern.

Unabhängigkeit garantiert

Als erste Universität weltweit kommt nun jene in Zürich zum Handkuss. Sie erhält von der Stiftung 20 Millionen Franken geschenkt, wie sie in einer Mitteilung schreibt. Das Geld fliesst in einen neu geschaffenen Lehrstuhl zur Erforschung der Muttermilch. «Man weiss noch viel zu wenig, warum die Muttermilch eine solch positive Wirkung [auf das Neugeborene] hat», sagt Rektor Michael Hengartner. Der Lehrstuhl nimmt seinen Betrieb 2016 auf und wird auf unbestimmte Zeit, mindestens aber 25 Jahre betrieben.

Stiftungspräsident Michael Larsson verspricht, dass die Universität volle Forschungs- und Lehrfreiheit habe. «Unsere Stiftung hat nach der Schenkung nichts mehr mit dem Lehrstuhl zu tun.»

Unsere Stiftung hat nach der Schenkung nichts mehr mit dem Lehrstuhl zu tun.
Autor: Michael LarssonPräsident der Familie Larsson-Rosenquist Stiftung

Für Aufsehen sorgte zuletzt eine Schenkung, die die Universität Zürich von der UBS erhalten hatte. 100 Millionen Franken gab die Grossbank vor zwei Jahren für ein ganzes Wirtschaftsinstitut. Damals gingen die Wogen hoch. Unter dem Titel «Zürcher Appell» warnten hunderte namhafte Wissenschaftler, dass mit solchen Kooperationen die Forschungsfreiheit gefährdet sei.

Doppelfunktion des Stiftungspräsidenten

Gottfried Schatz war einer der Erstunterzeichner des «Zürcher Appells». Zur neusten Schenkung sagt er: «Das UBS-Sponsoring hatte das Hauptziel, als Reklame zu dienen. Hier handelt es sich eher um einen philanthropischen Akt, eine Art Mäzenatentum – eine private Geldquelle gibt der Universität Geld für die Forschung.»

Schatz kritisiert aber, dass ein Lehrstuhl für ein so stark eingegrenztes Thema wie Muttermilch geschaffen wird. Das gefährde den Bildungsauftrag der Universität und der Auftrag zur langfristigen Forschung.

Eine Professur für einen solch engen Zweck gefährdet den Bildungsauftrag der Universität und den Auftrag zur langfristigen Forschung.
Autor: Gottfried SchatzErstunterzeichner des «Zürcher Appells»

Auffallend ist bei diesem Fall auch die Doppelfunktion des Stiftungspräsidenten. Er ist gleichzeitig Präsident der Familienunternehmung, die ihr Geld unter anderem mit Stillprodukten wie Milchpumpen verdient. Rektor Michael Hengartner sieht darin kein Problem: «Wären Sie gleich kritisch, wenn uns eine reiche Person 10 Millionen Franken für Krebsforschung geben würde und gleichzeitig [in Aktien] von Novartis investiert hat?»

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17 Kommentare

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  • Kommentar von EEP , zürich
    Gekauft od geschenkt. Die grundsätzliche Frage beginnt schon bei der Stimmbürgerrechts-Frage. Stimmrechtsausweis geschenkt Recht&Pflicht - Rechtsstaat oder Privat wieviel Sponsoring Lobbying erträgt direkt demokratisch regierter Rechtsstaat? Freiheit verpflichtet Alle..
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  • Kommentar von Vroni Bamert , 1700 Fribourg
    Ausgerechnet ein Milchpumpenhändler als Lehrstuhlinhaber.......geht gar nicht dieser Filz, aber was mir mindestens so sauer aufstösst ist die Tatsache, dass der Lehrstuhl von Männern besetzt wird. Mindestens eine Frau würde ich auf dem Lehrstuhl erwarten. Ich stehe gerne zur Verfügung, ich habe meine Tochter 4,5 Jahre gestillt und dieser Herr? Ach ja, Männer verwalten gerne die Frau und ordnen sie ein in ihre platonischen Kategorien-
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    1. Antwort von Lydia schumacher , 9630 Wattwil
      Bin sehr gespannt, welche neuen Erkenntnisse mit dieser Professur gemacht werden. Und: Männer können nun einfach mal nicht stillen. Ich denke aber auch, es ist nicht nötig und sinnvoll sein Kind 4,5 Jahre zu stillen. Habe im Gesamten auch Stillerfahrung von dreieinhalb Jahren, dies jedoch mit vier Kindern. Alle haben Erfahrungen, auch Männer, Letztere einfach mit stillenden Frauen.
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    2. Antwort von Peter Maurer , ZH
      Vater von 3 Kindern. Stillen über 4,5 Jahre! Das sind komische Exoten und geht eigentlich nicht. Armes Kind. Passt dazu, dass Sie offenbar Männerfeindlich eingestellt sind. Vermutlich weil Ihnen dauernd von denen gesagt wird, was Sie alles falsch machen. Vielleicht mal überlegen, ob es nicht an Ihnen liegt? Und verwaltet werden wir alle zur Zeit eher von Frauen in Bern, mit einem unermesslichen schlechten und hochschädlichen Ergebnis für die ganze Schweiz!!
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  • Kommentar von Charles Halbeisen , Bronschhofen
    Muss eine Uni alles anbieten, nur weil es gesponsert wurde.
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