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Studie zur Wohnmobilität Reiche zu Reichen, Arme zu Armen

Zunehmend ziehen Menschen in der Schweiz in Viertel, die ihrem sozialen Status entsprechen. Das besagt eine neue Studie.

Legende: Audio «Studie: Reiche ziehen oft um, Arme nicht» abspielen. Laufzeit 3:23 Minuten.
3:23 min, aus SRF 4 News aktuell vom 17.05.2017.

Das Leben in der Stadt ist teuer. So teuer, dass einkommensschwache Menschen immer mehr an den Rand gedrängt werden, und aufs Land oder in die Vorstädte ziehen müssen. Ungefähr so könnte man die lange gehegte Meinung umschreiben.

Eine Studie des Bundesamtes für Wohnungswesen BWO zeigt jetzt allerdings: Das stimmt gar nicht. Eher ist sogar das Gegenteil der Fall. Vor allem gut situierte Personen verlassen die Kernagglomerationen und ziehen in Gegenden, in denen bereits andere Personen aus ihrer sozialen Schicht leben. Auch sind Reiche eher bereit, ihren Wohnort zu wechseln.

Menschen mit wenig Geld hingegen bleiben in der Regel in der Stadt. Zudem zieht es vor allem diese Personen in die Kernstädte. Bern ist eine Ausnahme.

In den Städten führt dieser Trend laut der Studie dazu, dass ärmere Menschen immer häufiger in Gebiete ziehen, in denen die Zahl der Einkommensschwachen bereits hoch sei. Besonders stark sei dies in Basel und der Romandie festzustellen.

Die Zürcher Goldküste.
Legende: Reiche ziehen besonders oft dorthin, wo schon andere Reiche wohnen: eine Luftaufnahme der Zürcher Goldküste. Keystone

Von einer «Ghettobildung», wie man sie etwa aus den USA kennt, will Doris Sfar, die beim BWO für Information verantwortlich ist und die Studie mitverfasst hat, aber nicht sprechen: «Wir haben in der Schweiz das Glück, dass wir relativ kleinteilig sind. Es gibt aber die Tendenz, dass es einen Graben zwischen reichen und armen Gemeinden geben wird.» Reiche würden in reiche Gemeinden ziehen, weil sie es wollen, Arme dagegen in arme Gemeinden «weil sie wahrscheinlich nicht anders können».

Die Gefahr ist gross, dass man auf dem Land weg vom Fenster ist.
Autor: Doris SfarSprecherin BWO

Dass Arme nur selten aufs Land ziehen, auch wenn das Leben dort günstiger wäre, erklärt Sfar mit dem Wert des zentralen Lebens. Viele Schlechterverdienende würden eine kleinere, teurere Wohnung bevorzugen, solange sie im Zentrum liegt. Sfar: «Die Gefahr ist gross, dass man auf dem Land weg vom Fenster ist. Das führt dazu, dass man sich eher beim Wohnen einschränkt.» Vorteile der Städte seien zudem etwa das bestehende soziale Netz, die Arbeitsmöglichkeiten oder der öffentliche Verkehr.

Untersucht wurden mit der Studie Personen im Alter zwischen 20 und 64 Jahren, die in den Agglomerationen von Zürich, Basel, Bern, Lugano, Lausanne und Genf leben. Ausgewertet wurde ihr Verhalten in den Jahren 2010 bis 2014 anhand von verschiedenen Quellen wie etwa der Arbeitslosenstatistik oder AHV-Konten.

17 Kommentare

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  • Kommentar von Manuela Fitzi (Mano)
    Die Tendenz der "Ghettoisierung" entspricht eher den natürlichen Vorgängen. Gerade die lange hochpostulierte "soziale Durchmischung" ist ein Konstrukt und sobald derer Steuerung abnimmt, wird sie durch die natürliche Ghettoisierung abgelöst.
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  • Kommentar von Edi Steinlin (stoni)
    Man könnte noch kulanter im Asylbereich werden und die Einwanderung aus der EU noch mehr fördern, auch Drittweltstaaten sind willkommen, warum nicht ? Das würde die Gettoisierung noch mehr fördern, offensichtlich wollen diese unsere Politiker/innen.
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  • Kommentar von Niklaus Bächler (quod erat demonstrandum)
    Sinnlose Studie. Dies war schon seit jeher so und wird immer so sein. Schauen sie sich die Städtestrukruren mal an und die Studie erübrigt sich. Aufregung hierüber ist nicht angezeigt. Und, Reiche gab es auch schon immer, wie es Arme gab...
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    1. Antwort von Beat Gurzeler (B.Gurzeler)
      @ N.Bächler: Das der Herr Bächler in Winterthur gelegentlich das wichtigste unterschlägt scheint langsam bekannt zu sein, die richtige Aussage ist das die Zahl der Armen in der Schweiz wächst das entspricht der Wahrheit hier in der Schweiz.
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