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Grösster Börsengang der Welt SpaceX startet mit einem Plus von 11 Prozent

  • Das Raumfahrtunternehmen SpaceX von Elon Musk ist an der Börse gestartet – mit einem Plus von gut 11 Prozent.
  • Der erste Kurs wurde bei 150 Dollar festgestellt – nach einem Ausgabepreis von 135 Dollar.
  • Musk wird damit durch seine Beteiligungen an SpaceX und dem Elektroautobauer Tesla zum ersten Menschen mit einem Billionenvermögen – zumindest auf dem Papier.

Eigentlicher Börsenstart war schon Stunden vorher. Bis kurz vor 18 Uhr (Schweizer Zeit) wurde die Aktie an der Technologiebörse Nasdaq in New York jedoch aufgrund der hohen Nachfrage noch nicht gehandelt. Zunächst lief noch eine Eröffnungsauktion, bei der Banken Angebot und Nachfrage ausloteten, um den ersten Kurs festzulegen. Die Bewertung von SpaceX erreichte mit dem ersten Kurs knapp zwei Billionen Dollar.

Elon Musk wird wohl zum ersten Billionär der Geschichte

Bereits im Vorfeld hatte der Börsengang für grosses Interesse gesorgt: Das Unternehmen verkaufte rund 555.6 Millionen Aktien und nahm damit 75 Milliarden Dollar ein. SpaceX kommt auf eine Bewertung von 1.77 Billionen Dollar und zählt damit zu den weltweit wertvollsten Unternehmen, trotz eines Verlustes von fünf Milliarden Dollar im vergangenen Jahr und vergleichsweise niedriger Umsätze.

Person in einer Lederjacke steht an einem Pult, umgeben von mehreren Personen vor einem Hintergrund mit Logos.
Legende: Anlässlich des historischen Börsengangs eröffnete Elon Musk den Handelstag am Nasdaq aus der SpaceX-Firmenzentrale im US-Bundesstaat Texas. Screenshot X

Insgesamt fliessen dem Unternehmen durch den Börsengang 75 Milliarden Dollar in die Kassen. Das ist mehr als doppelt so viel, wie der bisherige Rekord-Börsengang von Saudi Aramco 2019 gebracht hat.

Milliardenverluste in SpaceX-Bilanz

Die reinen Geschäftszahlen von SpaceX stehen in krassem Kontrast zum Börsenwert – die Anleger zahlen eher für die Hoffnung auf künftige Erfolge. So gab es im vergangenen Jahr Verluste von rund 4.94 Milliarden Dollar bei einem Umsatz von 18.67 Milliarden Dollar (gut 16 Milliarden Euro).

Eine Billion US-Dollar: Das bekommt man dafür

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Das könnte sich der SpaceX-Gründer mit einer Billion US-Dollar leisten – drei eindrückliche Beispiele:

  • Fast das ganze Jahresbudget des Bundes (rund 91.1 Milliarden Franken)
  • 3418 Flugzeuge des Typs Boeing 787-Dreamliner (rund 293 Millionen US-Dollar pro Stück)
  • 2000 Mal die Luxus-Segelyacht «Koru» von Amazon-Chef Jeff Bezos (rund eine halbe Milliarde US-Dollar pro Exemplar)

In der Zukunft soll künstliche Intelligenz das grösste Geschäft sein – auch durch Rechenzentren im All. Die Idee dahinter ist, dass die Sonne dort viel Energie liefern kann. Skeptiker verweisen allerdings auf Probleme wie die erheblichen Aufbaukosten, eine trotz der niedrigen Temperaturen im All schwierige Kühlung sowie die Strahlung, die Schaltkreise beschädigen könne.

Musk wird mit einem Stimmrechtsanteil von mehr als 80 Prozent auch nach dem Börsengang die volle Kontrolle über SpaceX behalten. Basis dafür sind Aktien mit mehr Stimmrechten. Zum Handelsdebüt sagte Musk unter anderem, er habe SpaceX bei der Gründung eine Erfolgschance von zehn Prozent gegeben.

Teurer Hoffnungsträger Starship

Im ersten Quartal dieses Jahres verbuchte SpaceX ein Minus von 4.28 Milliarden Dollar bei rund 4.7 Milliarden Dollar Umsatz. Ein Grund für die roten Zahlen sind die hohen Kosten für die Entwicklung der grossen Rakete Starship.

Einschätzung: Hohes Risiko für Anleger

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Einschätzung von Wirtschaftsredaktor Pascal Lago:

«Für Anlegerinnen und Anleger ist der Handel mit SpaceX-Aktien sehr riskant. Der Kurs dürfte im Verlauf des ersten Handelstages stark schwanken.

Und selbst wenn er sich stabilisieren sollte, bleibt es riskant, auch mittelfristig. Denn SpaceX verdient noch gar kein Geld. Und dazu kommt, dass die aktuellen Eigentümer, das persönliche Umfeld von Elon Musk und die frühen Geldgeber, einen Grossteil ihrer Aktien bereits in den nächsten Monaten verkaufen dürfen. Das wird den Aktienkurs unter Druck setzen. Riskant ist es vor allem für Kleinanlegerinnen und Kleinanleger, die keine Unternehmensinformationen aus erster Hand haben.

Und wer einfach mit Spielgeld in diese Aktien investiert, der tritt gegen grosse Banken und Investmentfonds an, die Hochfrequenzhandel betreiben. Die also dank schneller Computer in Millisekunden kaufen und verkaufen. Sie sind besser gerüstet, mit hochriskanten Aktien zu spekulieren, als Kleinanlegerinnen und Kleinanleger.»

In Starship investierte SpaceX insgesamt mehr als 15 Milliarden Dollar. Das Unternehmen geht davon aus, dass die Rakete nach Abschluss aller Tests im zweiten Halbjahr kommerzielle Flüge absolvieren kann. Sie soll die Kosten für die Beförderung ins All deutlich senken. Mit Starship sollen auch Starlink-Satelliten in die Umlaufbahn gebracht werden, die Internet aus dem All direkt auf Smartphones nutzbar machen.

Starlink ist der zentrale Geldbringer von SpaceX und machte im ersten Quartal 3.26 Milliarden Dollar Umsatz. Der Satelliteninternet-Dienst hat inzwischen rund 10.3 Millionen Kunden in 164 Ländern.

SRF 4 News, 12.6.2026, 17 Uhr ; 

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