22.07.2026, 06:30 Uhr
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Dalit in Indien: Gefangen im Dreck
Die Regierung sagt: Es gibt sie nicht. Das Gesetz sagt: es ist verboten. Und doch putzen täglich Zehntausende Menschen in Indien die Fäkalien anderer weg. Die meisten gehören zur untersten Gesellschaftsschicht der Dalit. Die UNO spricht von Zwangsarbeit. International im Sommer – die Kurzreportage.
Redaktion:
Veronika Meier; Autorin: Maren Peters; Technik: Jakob Liechti
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Pravin Singh weiss, dass er sterben kann, bei dem, was er tut. Er ist Tagelöhner in der indischen Wirtschaftsmetropole Mumbai und steigt in Klärgruben hinab, um sie zu reinigen – nur mit seinen Händen und ohne Schutzausrüstung.
«Ich habe Angst da unten, ich bin allein, es ist sehr eng. Ich habe Angst, zu ersticken. Aber was soll's, die Arbeit muss erledigt werden.»
Bevor er in den Tank steigt, trinkt der 45-Jährige Alkohol, wie viele seiner Kollegen. Die meisten sind Dalit. Sie wurden früher Unberührbare genannt und werden diskriminiert.
In Indien ist das Wegputzen von Fäkalien mit blossen Händen schon seit 2013 verboten. Und doch gibt es sie noch überall. Häufig komme es zu tödlichen Unfällen, schreibt die UNO-Arbeitsorganisation ILO und spricht von Zwangsarbeit.
«Wir putzen die Fäkalien nicht weg, weil wir uns das ausgesucht haben, sondern weil wir in eine Kaste hineingeboren wurden, der die Gesellschaft diesen Beruf zugewiesen hat», sagt der indische Aktivist Bezwada Wilson. Ein Teufelskreis. Diesen zu unterbrechen, ist nicht einfach.