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Begrüntes Autobahndach Ueberlandpark gewinnt hochdotierten Preis für Biodiversität

Der Ueberlandpark im Zürcher Stadtkreis Schwamendingen erhält den mit 100'000 Franken dotierten Binding Preis für Biodiversität. Das begrünte Autobahndach fördert die Biodiversität in einer anspruchsvollen, urbanen Umgebung.

Wo einst die Autobahn ein Quartier teilte und der Lärm des vorbeirauschenden Verkehrs dominierte, zieht heute der Ueberlandpark die Aufmerksamkeit auf sich.

Menschen spazieren auf einem Weg im Freien mit Bäumen und Gebäuden im Hintergrund.
Legende: Der Ueberlandpark wurde im Mai 2025 eröffnet. Seine Flaniermeile ist seither rege besucht. Keystone/Gaetan Bally

«Es ist eine komplette Kehrtwende», so Lena Wunderlin, Projektleiterin des Binding Preises für Biodiversität bei der Sophie und Karl Binding Stiftung.

Vom Lärm zur Lebensqualität

Der Ueberlandpark im Zürcher Stadtkreis Schwamendingen ist ein ungewöhnlicher Stadtpark. Das begrünte Autobahndach ist rund einen Kilometer lang und etwa 30 bis 40 Meter breit. Insgesamt schafft es dadurch gut 30’000 Quadratmeter neuen Freiraum für Mensch und Natur.

Die Überdachung hat den Lärm vertrieben und zwei Quartierteile wieder zusammengeführt. Wo früher Verkehr trennte, verbindet heute eine grüne Oase.

Ein Experimentierfeld für die Natur

Der Park ist auch ein wichtiges Projekt für die städtische Biodiversität. Auf dem Tunneldach herrschen extreme Bedingungen: Hitze, Wind und eine nur dünne Erdschicht. Für Pflanzen ist das eine grosse Herausforderung.

Parkweg mit Bänken und Bäumen, im Hintergrund ein hohes Gebäude.
Legende: Dünne Erdschicht, beschränkte Traglast: Das Tunneldach stellt besondere Anforderungen an Bepflanzung und Gestaltung. Keystone/Gaetan Bally

Die Landschaftsarchitekten und Grün Stadt Zürich machten im Vorfeld verschiedene Experimente, um herauszufinden, welche Pflanzen unter diesen Bedingungen überleben können. Ein Fauna-Monitoring soll aufzeigen, welche Arten sich langfristig behaupten können.

Menschen, die auf einem Weg neben wilden Blumen gehen.
Legende: Der neue Ueberlandpark auf dem Dach des Autobahntunnels ist auch ein Experimentierfeld für die Pflanzenwelt. Keystone/Gaetan Bally

Von der neuen Grünfläche profitiert neben den Menschen auch die Insektenwelt. Der Park dient als wichtiger Lebensraum und als Korridor. So wird es etwa Wildbienen ermöglicht, sich zwischen verschiedenen Grünflächen zu bewegen. «Der Ueberlandpark ist eine Verbindung zwischen dem Zürichberg bis hinunter zum Glattraum», sagt Lena Wunderlin.

Ein Jahr nach der Eröffnung zeichnet die Binding Stiftung das Projekt von Grün Stadt Zürich und den Landschaftsarchitekten Krebs und Herde nun mit ihrem Preis für Biodiversität aus.

Höchstdotierter Naturschutzpreis

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Mit einer Gesamtpreissumme von 125'000 Franken ist der Binding Preis für Biodiversität der höchstdotierte Naturschutzpreis der Schweiz: 100'000 Franken für den Hauptpreis, 25'000 für den Anerkennungspreis.

Ausgezeichnet werden innovative Projekte mit Vorbildcharakter, die durch Engagement, Kreativität und Ausdauer zur Förderung der Vielfalt von Lebensräumen, Arten und genetischen Ressourcen beitragen.

Der Preis wird seit 2021 jährlich vergeben und seit 2023 zu einem Jahresthema ausgeschrieben. Das aktuelle Thema lautet «Biodiversität und Infrastrukturbauten».

Projekte als Inspirationsquelle für andere

Die Stiftung möchte mit der Preisvergabe aufzeigen, was im urbanen Raum möglich ist.

Lena Wunderlin von der Binding Stiftung ist überzeugt: Auch wenn ein Projekt wie der Ueberlandpark kaum eins zu eins zu kopieren sei – einzelne Elemente wie Trockenmauern oder spezielle Bepflanzungen könnten in vielen anderen Projekten umgesetzt werden und so einen wertvollen Beitrag gegen die Biodiversitätskrise leisten.

Solche Inspiration von prämierten Projekten für ähnliche Umsetzungen sei wichtig, denn: «Nicht nur im Siedlungsraum, auch ausserhalb ist die Biodiversität durch die verschiedensten Aktivitäten des Menschen bedroht.»

Anerkennung für Biodiversität hinter Zäunen

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Das Unterwerk Bussigny VD ist ein streng abgeschirmter, nicht öffentlich zugänglicher Knotenpunkt im Stromnetz – und auf den ersten Blick kein Ort für Natur. Doch gerade nährstoffarme, wenig genutzte Flächen wie diese bieten ideale Bedingungen für Pflanzen und Tiere, die mit trockenen und kargen Bedingungen gut zurechtkommen.

Den Impuls für die ökologische Aufwertung gab ein engagierter Mitarbeiter, der das Potenzial früh erkannte. Heute ist sein Ansatz Teil der Strategie von SBB Energie. Mit naturnaher Pflege, Wildrosenpflanzungen, Kleinstrukturen wie Ast- und Steinhaufen sowie einem Fledermauskasten wurde die Fläche gezielt aufgewertet.

Das Projekt steht exemplarisch für das Ziel von SBB Energie: Bis 2040 sollen alle 86 Unterwerke biodiversitätsfreundlich gestaltet werden.

Der Anerkennungspreis der Binding Stiftung in der Höhe von 25'000 Franken geht an das Projekt in der Westschweiz, wo ein unzugängliches Areal, bestehend aus einer ehemaligen Kies- und Betonfläche, in einen wertvollen Naturraum umgewandelt wurde. Die Jury lobt das Projekt, weil sich die Natur hier völlig ungestört entfalten kann.

Radio SRF 1, 10.06.2026, 15:20 Uhr; noes ; 

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