Der Heidiweg beginnt am Bahnhof Maienfeld und führt am Schloss Maienfeld und an Rebbergen vorbei zum Heididorf: Eine Ansammlung uriger Berghütten, ein Paradies für Touristen vor imposanter Bergkulisse.
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Bild 1 von 4. Die Kulisse auf dem Weg zum Heididorf in Maienfeld, Kanton Graubünden, ist überwältigend. Bildquelle: Norbert Bischofberger.
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Bild 2 von 4. Wer dem Heidiweg folgt, gelangt vom Bahnhof über das historische Städtchen Maienfeld und die Rebberge ins Heididorf. Bildquelle: Norbert Bischofberger.
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Bild 3 von 4. Auf dem Dorfplatz des Heididorfs spielt Besucher Erich aus Saas im Prättigau Alphorn. Bildquelle: Norbert Bischofberger.
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Bild 4 von 4. Dieses Haus ist der Ursprung der «Heidi»-Geschichte: Im Heididorf lässt sich das über 300 Jahre alte Gebäude besichtigen. Bildquelle: Norbert Bischofberger.
«Es ist so, wie wir es im Fernsehen gesehen haben. Kein Disneyland», sagt eine Besucherin aus Tirol. «Es ist ursprünglich hier, wie es halt in den Bergen zu und hergeht.» Sie ist gemeinsam mit sieben Freundinnen angereist. «Wir sind begeistert. Wir haben alle Kinder, deswegen berührt uns die ‹Heidi›-Geschichte so sehr.»
«Für uns war es ein Traum, ins Heididorf zu kommen. Die Berge waren die Heimat von Heidi. Die Menschen sind besser in den Bergen», sagt ein anderer Besucher aus dem Elsass.
Heidi, das wilde, ungezähmte Kind der Alpen, war mir nahe.
Mit Heidi verbinden viele Menschen ein heiles Bild der Schweizer Bergwelt. Heidi verbreitet Lebensfreude. Im Roman von Johanna Spyri (1827–1901) bringt Heidi den Grossvater dazu, sich wieder in die dörfliche Gemeinschaft einzugliedern. Ihre gehbehinderte Freundin Klara lernt auf der Alp wieder zu laufen.
Heidi ist ein Welterfolg
Heidi hat Fans bis nach Asien. In Japan ist Heidi ein Phänomen der Pop-Kultur. Weltweit wurden 100 Millionen Bücher in über 70 Sprachen verkauft.
Patti Basler, Kabarettistin und Autorin, ist «Heidi»-Kennerin: Sie hat ihre Lizentiatsarbeit in Erziehungswissenschaften über die «Heidi»-Autorin Johanna Spyri geschrieben. «Heidi, das wilde, ungezähmte Kind der Alpen, war mir nahe. Die Autorin verstand es, das Heimweh in der fernen Grossstadt anschaulich zu erzählen. So weinte ich heisse Kindertränen, als Heidi zum Alpöhi heimkehren durfte.»
Basler fügt hinzu: «Als Erwachsene entdeckte ich auch die weiteren Motive: Bibelzitate, Gesellschaftskritik, Anteilnahme an Schicksalen von Waisen- und Verdingkindern sowie den Einblick in die kindliche Seele. Das erneute Lesen lohnte sich doppelt.»
Heidi ist UNESCO-Weltkulturerbe
In der Nähe des Heididorfs hat Johanna Spyri einst ein lebensfrohes Mädchen zur «Heidi»-Geschichte inspiriert. Geschrieben hat sie ihre «Heidi»-Bücher in der Stadt Zürich. Das Johanna-Spyri-Archiv und das «Heidi»-Archiv in Zürich gehören inzwischen zum UNESCO-Weltkulturerbe, eingetragen im UNESCO-Register «Memory of the World».
In Zürich soll die «Heidi»-Welt in einem multimedialen Zentrum zum Leben erweckt werden. Und ausserdem laufen aktuell die Dreharbeiten zu einer neuen «Heidi»-Serie, die von SRF und RTL koproduziert wird. m
Wie viele bürgerliche Frauen damals, betätigt sich Johanna Spyri als Autorin. Doch ist sie die Einzige, die es zu Weltruhm bringt. Ihre Kurzgeschichten und Romane handeln von der Emanzipation der Frauen, zu der auch ein gutes Stück Heimatliebe gehört.