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Faszination Heidi Die «Heidi»-Geschichte prägt das Bild der Schweiz

Identifikationsfigur und Werbe-Ikone der Alpen: Heidi fasziniert bis heute. Das zeigt auch ein Besuch im Heididorf bei Maienfeld (GR), wo Fans aus allen Ecken der Welt die Originalschauplätze der Geschichte erleben wollen.

Landschaft mit traditionellen Häusern, Menschen und Bergen im Hintergrund.
Legende: SRF/Norbert Bischofberger

Der Heidiweg beginnt am Bahnhof Maienfeld und führt am Schloss Maienfeld und an Rebbergen vorbei zum Heididorf: Eine Ansammlung uriger Berghütten, ein Paradies für Touristen vor imposanter Bergkulisse.

«Es ist so, wie wir es im Fernsehen gesehen haben. Kein Disneyland», sagt eine Besucherin aus Tirol. «Es ist ursprünglich hier, wie es halt in den Bergen zu und hergeht.» Sie ist gemeinsam mit sieben Freundinnen angereist. «Wir sind begeistert. Wir haben alle Kinder, deswegen berührt uns die ‹Heidi›-Geschichte so sehr.»

Das Waisenmädchen auf der Alp

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Ein Mädchen und ein Junge in traditioneller Kleidung stehen in einer Berglandschaft und halten sich an den Händen.
Legende: Johanna Spyris Geschichte wurde mehrfach verfilmt – etwa auch als 26-teilige Fernsehserie, aufgenommen im Juni 1977 in Graubünden. KEYSTONE/Photopress-Archiv/Str

Das Waisenmädchen Heidi wächst beim Grossvater auf der Alp auf. Doch dann muss sie mit ihrer Tante ins ferne Frankfurt, weil ihre Tante dort bei einer vornehmen Familie Arbeit gefunden hat.

Heidi freundet sich mit Klara, der gehbehinderten Tochter des Hauses, an. Doch vor lauter Heimweh wird Heidi krank. Dann die Erlösung: Heidi darf zum Grossvater und auf die Alp zurück.

«Für uns war es ein Traum, ins Heididorf zu kommen. Die Berge waren die Heimat von Heidi. Die Menschen sind besser in den Bergen», sagt ein anderer Besucher aus dem Elsass.

Heidi, das wilde, ungezähmte Kind der Alpen, war mir nahe.
Autor: Patti Basler Kabarettistin und Autorin

Mit Heidi verbinden viele Menschen ein heiles Bild der Schweizer Bergwelt. Heidi verbreitet Lebensfreude. Im Roman von Johanna Spyri (1827–1901) bringt Heidi den Grossvater dazu, sich wieder in die dörfliche Gemeinschaft einzugliedern. Ihre gehbehinderte Freundin Klara lernt auf der Alp wieder zu laufen.

Heidi ist ein Welterfolg

Heidi hat Fans bis nach Asien. In Japan ist Heidi ein Phänomen der Pop-Kultur. Weltweit wurden 100 Millionen Bücher in über 70 Sprachen verkauft.

Patti Basler, Kabarettistin und Autorin, ist «Heidi»-Kennerin: Sie hat ihre Lizentiatsarbeit in Erziehungswissenschaften über die «Heidi»-Autorin Johanna Spyri geschrieben. «Heidi, das wilde, ungezähmte Kind der Alpen, war mir nahe. Die Autorin verstand es, das Heimweh in der fernen Grossstadt anschaulich zu erzählen. So weinte ich heisse Kindertränen, als Heidi zum Alpöhi heimkehren durfte.»

Basler fügt hinzu: «Als Erwachsene entdeckte ich auch die weiteren Motive: Bibelzitate, Gesellschaftskritik, Anteilnahme an Schicksalen von Waisen- und Verdingkindern sowie den Einblick in die kindliche Seele. Das erneute Lesen lohnte sich doppelt.»

Heidi ist UNESCO-Weltkulturerbe

In der Nähe des Heididorfs hat Johanna Spyri einst ein lebensfrohes Mädchen zur «Heidi»-Geschichte inspiriert. Geschrieben hat sie ihre «Heidi»-Bücher in der Stadt Zürich. Das Johanna-Spyri-Archiv und das «Heidi»-Archiv in Zürich gehören inzwischen zum UNESCO-Weltkulturerbe, eingetragen im UNESCO-Register «Memory of the World».

In Zürich soll die «Heidi»-Welt in einem multimedialen Zentrum zum Leben erweckt werden. Und ausserdem laufen aktuell die Dreharbeiten zu einer neuen «Heidi»-Serie, die von SRF und RTL koproduziert wird. m

Wie viele bürgerliche Frauen damals, betätigt sich Johanna Spyri als Autorin. Doch ist sie die Einzige, die es zu Weltruhm bringt. Ihre Kurzgeschichten und Romane handeln von der Emanzipation der Frauen, zu der auch ein gutes Stück Heimatliebe gehört.

Radio SRF 1, Treffpunkt 24.06.2026, 10:03 Uhr

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