Die Sommerferien stehen vor der Tür: Jetzt noch schnell das eingerostete Französisch auffrischen. Oder endlich mal Italienisch lernen. Aber wie? Wir sagen Ihnen, welche Lernform am besten zu welchem Lerntyp und zu welchem Lernziel passt.
Für Sparfüchse: die App
Sprachlern-Apps gibt es mittlerweile wie Sand am Meer, etwa Duolingo, Babbel, Busuu oder Talkpal. Die meisten arbeiten mit Gamification: Lernen als Handyspiel – mit Levels, Punkten und Belohnungen. Das bietet einen niederschwelligen Einstieg und hilft, dranzubleiben. Das Beste: Am Handy kann man immer und überall lernen – auch wenn man nur fünf oder zehn Minuten Zeit hat.
Viele Sprachlern-Apps greifen auf künstliche Intelligenz zurück. Das erlaubt zu einem gewissen Grad personalisierte Übungen und Rückmeldungen. Lange boten Apps hauptsächlich Übersetzungs- oder Nachsprechübungen. Dank der Fortschritte von KI-Chatbots bieten viele Apps mittlerweile die Möglichkeit, ganz freie Gespräche mit menschenähnlichen Figuren zu üben. Zwar macht die KI gelegentlich Fehler, dafür muss man sich am Natel nicht für eigene Fehler schämen wie vielleicht vor einer Lehrerin aus Fleisch und Blut.
Mit monatlichen Abokosten im tiefen zweistelligen Bereich sind Sprachlern-Apps eine günstige Variante des Sprachenlernens.
Für Selbstständige: das Lehrbuch
Langfristig ist das Selbststudium mit einem Sprachlehrbuch noch günstiger als eine App. Das Lernen mit einem Kursbuch ist sinnvoll strukturiert. Ausserdem bietet ein Lehrbuch oft hilfreiche Informationen zur Grammatik sowie einen Einblick in die Kultur hinter einer Sprache.
Das Selbststudium erfordert zwar viel Disziplin, erlaubt aber im Gegensatz zu einem Kurs, dass man das Lerntempo selbst bestimmt. Was hingegen fehlt, sind der Austausch mit Muttersprachlern und das Üben von Gesprächssituationen.
Für Gesellige: der Abendkurs
Wer bereit ist, sich regelmässig zur selben Zeit mit anderen zum Sprachenlernen zu treffen, kann von einem Abend- oder Wochenendkurs profitieren. Solche werden in grösseren und kleineren Städten sowie mittlerweile auch online angeboten – etwa von der Migros Klubschule oder den Volkshochschulen. Allerdings muss man mit monatlichen Kosten im dreistelligen Bereich rechnen.
Der Vorteil eines Gruppenkurses ist der Austausch mit anderen Lernenden und mit einer fachkundigen Lehrperson. Ausserdem hilft es beim Lernen, dass ein Kurs regelmässige Anwesenheit und allenfalls sogar das Erledigen von Hausaufgaben erfordert.
Für Ambitionierte: die Privatlektionen
Wer intensiv lernen möchte, kommt mit Privatstunden auf seine Kosten: Alleine interagiert man deutlich mehr als in einer Gruppe und verbessert sich dadurch womöglich rascher.
Ausserdem kann eine Privatlehrperson auf individuelle Wünsche und Fragen eingehen. Allerdings muss man hier mit relativ hohen Ausgaben rechnen, zumindest wenn die Lehrperson einen Schweizer Lohn bezieht. Die Kosten für Online-Privatstunden können deutlich tiefer sein – im unteren zweistelligen Bereich.
Wenn man bereits ein gewisses Niveau hat und vor allem Sprechen und Verstehen üben möchte, ist ein Sprachtandem eine gute und kostenlose Alternative. Dabei tauschen sich – physisch oder online – zwei Personen aus, die jeweils die Sprache der anderen lernen möchten.
Fazit
Am effektivsten ist in den meisten Fällen, je nach Lernphase eine andere Methode zu wählen. Zum Beispiel kann man mit einer App einsteigen, mit einem Gruppenkurs fortfahren und sich bei einem Sprachaufenthalt den letzten Schliff holen.