Sommerzeit ist wieder Festivalzeit. Nebst Partystimmung sind aber auch Belästigungen Alltag an den Konzerten. Mit diversen Konzepten von Codewörtern bis Schutzräumen wird für die Sicherheit der Gäste gesorgt.
Codewort Angela
Das Paléo-Festival in Nyon gehört zu den grössten Musikfestivals der Schweiz. Um Besucherinnen und Besucher in unangenehmen oder bedrohlichen Situationen zu unterstützen, setzt es auf das Verfahren «Ask for Angela». Die Idee stammt ursprünglich aus Grossbritannien und wird heute an Festivals, in Clubs und Bars eingesetzt.
Wer sich bedroht, belästigt oder unwohl fühlt, kann sich an eine Bar, einen Infostand oder geschultes Personal wenden und nach «Angela» fragen. Das Codewort signalisiert diskret, dass Unterstützung benötigt wird. Anschliessend wird die Person an einen sicheren Ort begleitet und erhält je nach Situation weitere Hilfe.
Awareness-Teams als mobile Anlaufstelle
An vielen Festivals sind heute Awareness-Teams unterwegs. Ihre Aufgabe besteht darin, Menschen zu unterstützen, die sich unwohl fühlen oder von Belästigung, Diskriminierung oder übergriffigem Verhalten betroffen sind.
Vor allem junge Festivalbesucherinnen seien affiner geworden, wenn es um Übergriffe geht. Im Gegensatz zum klassischen Sicherheitsdienst stehen hier Gespräch, Begleitung und Unterstützung im Vordergrund. Die Teams bewegen sich sichtbar auf dem Gelände und können direkt angesprochen werden.
Schutzräume bieten Rückzug
Lärm, Menschenmengen oder belastende Situationen können Besucherinnen und Besucher überfordern. Deshalb richten einige Festivals sogenannte Safer Spaces oder Schutzräume ein.
Dort können Betroffene zur Ruhe kommen, vertrauliche Gespräche führen oder weitere Unterstützung erhalten. Solche Räume werden oft von geschulten Fachpersonen betreut.
Sicherheitspersonal wird speziell geschult
Sicherheit bedeutet heute mehr als Einlasskontrollen und Patrouillen. Viele Veranstalter schulen ihre Mitarbeitenden gezielt im Umgang mit Belästigungen, sexueller Gewalt oder diskriminierendem Verhalten.
Ziel ist es, problematische Situationen frühzeitig zu erkennen und angemessen zu reagieren. Dadurch soll verhindert werden, dass Konflikte eskalieren.
Hilfe per Smartphone
Einige Festivals setzen zusätzlich auf digitale Angebote. Über Apps oder spezielle Notfallnummern können Besucherinnen und Besucher Vorfälle melden oder Hilfe anfordern.
Die digitale Unterstützung ersetzt nicht die persönliche Ansprechpersonen, kann aber eine wichtige und niederschwellige Ergänzung sein.
| Konzept | Stärke |
|---|---|
| Ask for Angela | Diskrete Soforthilfe |
| Awareness-Team | Prävention und Begleitung |
| Schutzräume | Rückzug und Betreuung |
| Geschultes Sicherheitspersonal | Schnelles Eingreifen |
| Digitale Hilfsangebote | Einfache Kontaktaufnahme |