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Import von lebendem Hummer bald verboten?
Aus Espresso vom 17.08.2015.
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Konsum Import von lebendem Hummer bald verboten?

Im Detailhandel gibt es lebende Hummer zu kaufen. Daran stört sich der Verein Fair-Fish schon seit längerem. Nun erhält er Unterstützung der Vereinigung der Kantonstierärzte: Sie fordert ein Importverbot von lebenden Hummer.

Bis zu 90 Prozent der Hummer, die in der Schweiz verkauft werden, stammen aus Nordamerika. Laut Fair-Fish werden pro Jahr 130'000 Hummer und Langusten in die Schweiz importiert. Lebende Hummer, die auf Eis zum Kauf angeboten werden, gibt es in der Schweiz in einigen Manor-Filialen zu kaufen.

So auch in Basel. Eine Kundin störte sich über die Tierquälerei und informierte den Basler Kantonstierarzt. Dieser analysierte die Situation in der Schweiz.

Auch Transport in engen Kisten ist ein Problem

Dabei zeigte sich, dass nicht nur die Präsentation der lebender Hummer auf Eis ein Problem ist, sondern auch der Transport in engen Kisten. Die Tiere könnten sich darin kaum bewegen und teilweise würden die Antennen beschädigt. Dies löse bei den Tieren Stress aus.

Weiter heisst es im Bericht: «Die Haltung auf Eis für das Anpreisen lebender Hummer ist keine tiergerechte Haltungsform. Es ist davon auszugehen, dass die Hummer durch den direkten Kontakt mit Eis Schmerzen erleiden.» Die Vereinigung der Kantonstierärzte fordert darum vom Bund ein Importverbot von lebenden Hummern.

Der Verein Fair-Fish fordert dies schon seit Jahren, wie Susanne Hagen, Co-Geschäftsführerin sagt: «Die Tiere vegetieren nach der Fangsaison ab Juli monatelang in kleinen Käfigen vor sich hin, bis sie im Dezember für die Festtage importiert werden.»

Nach dem Transport mit dem Flugzeug müssten die Tiere weiter in den kleinen Styroporkisten auf ihr Ende warten oder würden bei Detailhändlern in der Fisch-Auslage lebend auf Eis präsentiert, was eine weitere Quälerei für die Tiere sei, so Hagen weiter. Fair-Fish fordert darum schon seit längerem: «Die Tiere sollen gleich nach dem Fang mit Strom getötet und dann tiefgefroren importiert werden.»

Hagen führt als Beispiel Coop an. «Aus Tierschutzgründen haben wir nur noch tiefgefrorenen Hummer im Angebot, der gleich nach dem Fang mit Strom betäubt und getötet wird», sagt Coop-Sprecher Ramon Gander. Auch Migros und Globus haben keine lebenden Hummer mehr in der Fisch-Theke.

Nur Manor bietet lebenden Hummer an

Manor ist einer der wenigen Detailhändler in der Schweiz, die noch lebende Hummer im Laden anbieteten. Manor rechtfertigt sich gegenüber dem Konsumentenmagazin «Espresso» in einer schriftlichen Stellungnahme, dass insbesondere um die Weihnachtsfeiertage eine grosse Nachfrage nach Hummern und Krebsen bestehe.

«Manor bietet lebendige Hummer nur punktuell und in gewissen Supermärkten an. In Basel ist Hummer kein Bestandteil des täglichen Angebots. Er wird nur auf direkte Kundenbestellung verkauft», schreibt Manor. Zudem würden vor allem bretonische Hummer verkauft, was die Transportwege deutlich kürzer mache, als beim kanadischen Hummer.

So sei auch der Stress der Tiere geringer. Weiter schreibt der Detailhändler, dass die Mehrheit der angebotenen Fische aus nachhaltiger Fischerei oder Fischzucht stamme.

Einfuhrverbot nur mit politischem Vorstoss

Beim Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) heisst es auf Anfrage von «Espresso», dass es für ein Import-Verbot von lebendem Hummer einen politischen Vorstoss aus dem Parlament brauche.

Beat von Siebenthal von der Fachstelle Fisch beim BLV sagt, dass streng nach Gesetz ist die Präsentation von lebenden Hummer auf Eis nicht verboten sei: «Aus unserer Sicht ist eine solche Präsentation aber nicht tolerierbar, weil Hummer Salzwassertiere sind und sie beim Kontakt mit Süsswasser Schaden nehmen.»

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38 Kommentare

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  • Kommentar von Marc , ZH
    Also ich esse oft im Ausland Hummer und der muss frisch sein, sonst schmeckt er nicht. Ich finde nicht, dass man das verbieten soll. Ein Hummer wird auf Eis gelegt und verfällt in Schockstarre, also was da jetzt genau Tierquälerei sein soll, weiss ich nicht und ich habe schon wirklich viele gegessen. Da dürfte jede Zoofiliale oder jeder Zoo schlimmer sein. Ist immer einfach, etwas schlecht zu finden, dass man nicht isst. Tierschutz ist hald auch nur ein Geschäftsmodell mit dem Beiträgen...
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    1. Antwort von G.Beretta , Bern
      Es geht hier um Ethik Marc, es sollte nicht schwer zu verstehen sein. Tierschutz ist "hald" sicher kein Geschäftsmodell, wie den?
    2. Antwort von Marc , ZH
      Ethik ist ein Witz... fand ich ehrlich gesagt schon immer, da ich mit Philosophie nichts anfangen kann... ja, ich habe diese Vorlesungen gehasst! Menschen (früher nur arme Leute!) essen nun seit hunderten Jahren Hummer. Jetzt kommen bezahlte Tierschutzfanatiker (ja, auch die leben nur davon, dass Mitgliederbeiträge bezahlt werden) und wollen das komplett verbieten. Ich glaube wir hatten noch nie eine so humane Lebensmitteltheke wie heute. Reines Wohlstandsyndrom dieses Tierschutzgehabe.
    3. Antwort von G.Beretta , Bern
      Nur weil Sie mit Ethik und Philosophie nichts anfangen können, heisst es noch lange nicht, dass diese ein Witz sind! Vor Jahrhunderten war die Sklaverei von der Gesellschaft "akzeptiert", dies heisst noch lange nicht, dass es richtig war! Wenn Sie der Meinung sind, dass wir noch nie eine so "humane Lebensmitteltheke" wie heute hatten, haben Sie wohl keine Ahnung von der ganzen Tierindustrie! Es werden ca 50 MILLIARDEN Tiere jährlich für unseren Konsum geschlachtet! Tierfanatiker hin oder her!
  • Kommentar von renate ludwig , Zwickau
    Dieses grausame GESCHÄFT mit lebenden HUMMER muß SOFORT GESTOPPT werden!!!!
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    1. Antwort von Dunya Reiwald , Bern
      Ich weiss nicht wie schrecklich das ist für einen Hummer. Fact is, dass wir heute sicher keinen Hummer brauchen zum überleben wie damals. Wir dürfen mit unseren Kenntnissen und Möglichkeiten heute KEIN Tierleid mehr dulden Punkt
  • Kommentar von christoph heierli , paspels
    Es wundert mich eigentlich dass an diesem Dilemma noch niemand den Flüchtlingen die Schuld gegeben hat! Oder dem Familiennachzug der Immigranten..
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