21 Jahre sind inzwischen vergangen, seit Stan Wawrinka erstmals im Wimbledon-Hauptfeld stand. Damals 2005 musste sich der Lausanner in der 1. Runde dem Franzosen Fabrice Santoro in vier Sätzen geschlagen geben. Inzwischen steht Wawrinka bei 18 Teilnahmen im All England Club. Die 19. wird nun gleichzeitig seine letzte sein.
Wawrinka und Wimbledon: Eine Hassliebe
Die Australian Open, die French Open und die US Open konnte Wawrinka in seiner illustren Karriere je einmal gewinnen. Einzig Wimbledon fehlt dem 41-Jährigen in der Grand-Slam-Sammlung. Und doch empfindet Wawrinka eine ganz spezielle Verbindung zum traditionellen Rasen-Major: «Wimbledon ist und war immer etwas Besonderes. Als ich das erste Mal hierherkam, spürte ich sofort die Geschichte des Tennis. Das Gefühl ist Jahr für Jahr einzigartig. Als Spieler ist es ein Traum, in Wimbledon spielen und trainieren zu können», schwärmt Wawrinka.
Die Resultate lügen indes nicht: Rein sportlich gesehen war Wimbledon für den Romand ein schwieriges Pflaster. «nur» 4 Mal schaffte es Wawrinka an der Church Road in die zweite Turnierwoche, sein Bestresultat waren die Viertelfinal-Vorstösse in den Jahren 2014 und 2015. In 7 Fällen bedeutete bereits die 1. Runde Endstation.
Berrettini als grosse Herausforderung
Zum Wimbledon-Champion wird Wawrinka zu 99 Prozent nicht mehr avancieren. Aus Schweizer Sicht wäre es schon erfreulich, wenn der Routinier die 1. Runde überstehen würde. Allerdings präsentiert sich die Aufgabe für den Wildcard-Empfänger kompliziert. Mit Matteo Berrettini wird ein ehemaliger Wimbledon-Finalist dem Waadtländer gegenüber stehen. Der Italiener kam dem Titel 2021 nahe, unterlag im Final aber Novak Djokovic.
Zwar liegen die besten Zeiten des oft von Verletzungen zurückgeworfenen Italieners schon eine Weile zurück. Macht sein Körper mit, ist der 30-Jährige aber noch immer ein gefährlicher Gegner – auf Rasen umso mehr. «Das ist eine grosse Herausforderung», meint Wawrinka zu seinem Erstrunden-Match. Und fügt an: «Berrettini hat über die Jahre bewiesen, dass Rasen seine beste Unterlage ist.»
Wawrinka, der seit dem Aus in der 1. Runde der French Open Ende Mai keine Partie mehr auf der ATP-Tour bestritt, will sich aber nicht verstecken: «Ich fühle mich gut, sowohl physisch als auch, was das Tennis anbelangt. Ich denke, wir werden auf einem schönen Platz spielen können. Ich freue mich sehr darauf», so der dreifache Grand-Slam-Sieger.