- Mirra Andrejewa (WTA 8) gewinnt die French Open und damit ihren ersten Grand-Slam-Titel.
- Im Endspiel bezwingt die 19-jährige Russin Überraschungsfrau Maja Chwalinska (POL/WTA 114) mit 6:3, 6:2.
- Dank diesem Erfolg wird Andrejewa in der Weltrangliste auf Position 6 vorstossen.
Nach 1:22 Stunden hatte Mirra Andrejewa (WTA 8) es vollbracht, war sie ihrer Favoritinnenrolle gerecht geworden. Die mittlerweile 19-Jährige, das einstige Wunderkind, liess im Endspiel der French Open keine Zweifel daran aufkommen, dass dies ihr Moment sein sollte. Und sie genoss ihn sichtlich: Unmittelbar nach dem Handshake mit der unterlegenen Maja Chwalinska stürmte die Russin hoch zu ihrer Box, umarmte Trainerin Conchita Martinez und ihre Mutter, klatschte mit ihrem restlichen Team ab. Und auch eine Streicheleinheit für Hund «Rassy» durfte natürlich nicht fehlen.
Der Titel ist die logische Folge
Der erste Grand-Slam-Titel Andrejewas kommt nicht überraschend. Bereits als 15-Jährige hatte sie ihren ersten Sieg auf der WTA-Tour gefeiert, ein Jahr später stand sie in Wimbledon bereits im Achtelfinal. Und noch vor ihrem 18. Geburtstag gewann sie beim WTA-1000-Turnier in Dubai ihren ersten ganz grossen Titel. Ein Steigerungslauf also, der sie nun zum vorläufigen Höhepunkt ihrer noch jungen Karriere geführt hat.
Bei schwierigen, weil windigen Bedingungen auf dem Court Philippe Chatrier hatte es Andrejewa am Ende eilig. Sie gewann zwischenzeitlich 9 Games in Folge und geriet nur noch einmal kurz ins Stocken, als sie ihren komfortablen Vorsprung beim Stand von 6:3, 5:1 nicht über die Ziellinie brachte und noch einmal gebreakt wurde. Doch die Powerspielerin aus Sibirien konterte umgehend und nutzte den 1. Matchball bei Aufschlag ihrer Gegnerin.
Chwalinska am Ende ohne Chance
Dass die Final-Qualifikation bei einem Grand-Slam-Turnier für beide Spielerinnen Neuland war, zeigte sich zu Beginn. Die Partie startete mit gleich vier Breaks, ehe beide Akteurinnen ihren Aufschlag erstmals durchbrachten. Während Andrejewa sich danach konstant steigern konnte, blieb das Servicedefizit bei Chwalinska weiter augenfällig. Die Polin wurde zwei weitere Male gebreakt und Andrejewa entschied den ersten Durchgang verdient mit 6:3 für sich.
Das Unheil nahm aus polnischer Sicht auch im zweiten Durchgang früh seinen Lauf. Andrejewa liess die bis anhin in diesem Turnier so spielfreudige Chwalinska mit ihrem Powertennis nicht zur Entfaltung kommen und breakte die Qualifikantin erneut. Chwalinska liess ihrerseits im nächsten Returngame bei 0:40 drei Breakchancen aus – es war rückblickend die letzte Chance, noch einmal ins Match zurückzufinden.
Ein beeindruckender Lauf aus dem Nichts
Für Chwalinska endet damit ein schier unglaubliches Turnier. Als Qualifikantin hatte die 24-Jährige völlig aus dem Nichts den Final erreicht, auf dem Weg dorthin hatte sie in 9 Spielen nur einen einzigen Satz abgegeben. Mit ihrer unkonventionellen Spielweise brachte die Linkshänderin nicht nur ihre Gegnerinnen aus dem Tritt, sondern gewann auch die Gunst des Pariser Publikums. Dies stand ihr auch im Endspiel zur Seite – für die nach den grossen Strapazen sichtlich erschöpfte Chwalinska war dies am Ende aber nicht genug.