Novak Djokovic ist aktuell vielleicht so nahe am 25. Grand-Slam-Sieg dran wie nie zuvor – und doch ist der Weg noch so weit. Im Halbfinal von Wimbledon wartet am Freitag kein Geringerer als Jannik Sinner auf den Serben.
Etwas mehr als fünf Monate ist es her, seit Djokovic die Tennis-Welt einmal mehr verblüffte und Sinner an den Australian Open in fünf Sätzen niederringen konnte. Der kräftezehrende Halbfinal-Sieg in Melbourne hatte aber seinen Preis: Zwei Tage später im Final fehlten Djokovic die Körner, um Carlos Alcaraz, neben Sinner das zweite grosse «Problem» des Rekordmanns, den Titel streitig zu machen.
Kein Alcaraz, «nur» Sinner
Ebendieser Alcaraz ist in Wimbledon aber nicht zugegen. Der Spanier befindet sich nach einer Handgelenksverletzung noch immer in der Reha. Heisst: Djokovic muss «nur» einen seiner zwei grössten Widersacher besiegen, um zum alleinigen Grand-Slam-Rekordsieger aufzusteigen.
Doch ist der 39-Jährige wirklich in der Lage, Sinner ein zweites Mal in Serie in einem Major-Halbfinal zu bodigen? Nun ja, bei Djokovic sollte zumindest kein Szenario ausgeschlossen werden, dazu ist er schlicht zu gut, das Alter hin oder her.
Der Wimbledon-Halbfinal wird das insgesamt zwölfte Duell zwischen den beiden sein. Sechs, darunter fünf der letzten sechs, gingen zugunsten des 15 Jahre jüngeren Sinner aus. Alle bisherigen Direktduelle auf Rasen fanden im All England Club statt:
- 2022: Djokovic gewinnt im Viertelfinal mit 5:7, 2:6, 6:3, 6:2, 6:2.
- 2023: Djokovic gewinnt im Halbfinal mit 6:3, 6:4, 7:6 (7:4).
- 2025: Sinner gewinnt im Halbfinal mit 6:3, 6:3, 6:4.
Zverev ist auch noch da
In der ganzen Diskussion um den diesjährigen Wimbledon-Titel sollte man Alexander Zverev nicht aussen vor lassen. Zwar konnte der Deutsche in seiner Karriere noch nie einen Titel auf Rasen gewinnen. Allerdings tritt Zverev nach seinem ersten Grand-Slam-Titel an den French Open mit einem anderen Selbstverständnis auf. Die Last, als «bester Spieler der Geschichte ohne Major-Titel» abgestempelt zu werden, ist weg.
Bis zu diesem Jahr schaffte es Zverev in Wimbledon nie über den Achtelfinal hinaus. Nun steht er im Halbfinal und hat auf dem Weg in die Runde der letzten 4 nur gerade zwei Sätze abgegeben. Mit Arthur Fery (ATP 114) wartet am Freitag der britische Überraschungsmann auf Zverev.
Obschon Fery bisher sämtliche Erwartungen übertreffen konnte, steigt der Lokalmatador als klarer Aussenseiter in das Halbfinal-Duell mit der deutschen Weltnummer 3.