- Linda Noskova (WTA 12) gewinnt den rein tschechischen Wimbledon-Final gegen Karolina Muchova (WTA 9) mit 6:2, 5:7, 6:3.
- Im 2. Satz steht Noskova kurz vor dem Triumph, vergibt aber 5 Matchbälle und muss doch noch in einen 3. Satz.
- Für die 21-Jährige ist es der grösste Erfolg ihrer bisherigen Karriere.
1, 2, 3, 4, 5 Matchbälle, verteilt über 3 Games, vergab Linda Noskova im 2. Satz zu ihrem ersten Wimbledon-Titel. Die 21-Jährige lag gegen ihre tschechische Landsfrau Karolina Muchova komfortabel mit 6:2, 5:2 in Führung und stand ganz kurz vor dem grossen Triumph. Doch die 8 Jahre ältere Muchova hatte offenbar keine Lust, ihrer Kontrahentin den Titel schon nach 2 Sätzen zu überlassen.
Stark kämpfte sich die Weltnummer 9 zurück in die Partie. Mit dem Mute der Verzweiflung, zu verlieren hatte sie definitiv nichts mehr, zeigte sie ihre beste Phase des Spiels. Zwar blieb auch sie nicht fehlerfrei, doch die sichtlich nervöse Noskova verlor plötzlich die entscheidenden Punkte. Aus 5:2 wurde 5:7. Statt Siegerinneninterview, Trophäenübergabe und Feierlichkeiten stand tatsächlich ein 3. Satz auf dem Programm.
Noskova wieder verbessert
Dort zeigte sich Noskova erstaunlich unbeeindruckt von ihren vergebenen Chancen. Bei eigenem Service war sie zwar bei weitem nicht mehr so souverän wie im 1. (den sie mit 6:2 gewonnen hatte) und in weiten Teilen des 2. Satzes. Doch die 21-Jährige behielt in den wichtigen Momenten wieder die Nerven. Schnell stand es 3:0. Ihre einzige Breakmöglichkeit hatte sie genutzt, selbst dafür gleich 4 abgewehrt.
Von diesem erneuten Rückschlag konnte sich dann auch die kämpferische Muchova nicht mehr erholen. Nach 2:28 Stunden holte sich Noskova dann doch noch den Sieg. Mit ihrem 6. Matchball tütete sie den 6:2, 5:7, 6:3-Sieg ein und liess sich vom Publikum auf dem Centre Court feiern.
Grösster Sieg
Selbstredend ist der Triumph auf dem «Heiligen Rasen» in Wimbledon der grösste Erfolg in Noskovas Karriere. Dieser kommt durchaus überraschend. In Wimbledon hatte sie es bisher noch nie über die 2. Runde hinausgeschafft. Ihr bestes Grand-Slam-Ergebnis war zuvor der Viertelfinal-Einzug an den Australian Open 2024 gewesen.
Auch bei einem Turnier auf 1000er-Stufe hat sie noch nie triumphieren können. Ihre starke Form und ihre Rasen-Qualitäten hat sie aber mit dem Turniersieg in Berlin vor wenigen Wochen bereits unter Beweis gestellt.
Mit dem ersten Grand-Slam-Titel ist die 21-Jährige nun im Konzert der ganz Grossen angekommen. In der Weltrangliste wird sie sich auf den 7. Rang verbessern und unter anderem Iga Swiatek überholen – notabene die Siegerin des Vorjahrs.
Déjà-vu für Muchova
Bei Muchova dürften nach der Niederlage ungeliebte Erinnerungen wieder hochkommen. In ihrem ersten Major-Final, an den French Open 2023, lag sie gegen Swiatek ebenfalls mit Satz und Break zurück. Auch damals kämpfte sie sich wieder in die Partie und holte den 2. Durchgang mit 7:5. Das Problem: Den Entscheidungssatz gab sie anschliessend mit 4:6 ab. Auch in Wimbledon konnte sie ihr Comeback nicht ganz krönen, wieder endete die Aufholjagd nicht mit dem Titel.