Auf dem Weg zum 5. Grand-Slam-Titel seiner Karriere kann sich Jannik Sinner eigentlich nur selbst ein Bein stellen. Die Nummer 1 der Welt trifft im Final von Wimbledon mit Alexander Zverev auf einen Gegner, der ihm liegt. 10 der insgesamt 14 Duelle hat er für sich entschieden, darunter die letzten 9.
Allein in diesem Jahr standen sich die beiden bereits viermal gegenüber, jeweils an ATP-1000-Turnieren. Sinner gewann in Indian Wells (Halbfinal), Miami (Halbfinal), Monte-Carlo (Halbfinal) und Madrid (Final). Er gab dabei keinen einzigen Satz ab.
Erstes Duell auf Rasen
Auf Rasen haben Sinner und Zverev noch nie die Klingen gekreuzt. Während Sinner aber als Titelverteidiger im All England Club antritt, hat Zverev noch überhaupt nie auf der grünen Unterlage ein Turnier für sich entscheiden können. Vor dem Durchmarsch in diesem Jahr hat er es nie über den Achtelfinal hinaus geschafft.
Zverev hat einen grossen Vorteil: Sein Selbstvertrauen scheint derzeit unerschütterlich. Der Deutsche erlebte vor Kurzem in Paris seine Major-Sternstunde. Endlich legte er das Etikett des besten Tennisspielers ohne einen einzigen Grand-Slam-Sieg ab. Die Umstellung von Sand auf Rasen gelang dem Aufschlagshünen offensichtlich mühelos.
«Channel Slam» winkt
French Open und Wimbledon im selben Jahr zu gewinnen, bleibt aber ein Kunststück, das nur ganz wenigen in der Geschichte des Sports gelungen ist. Wobei in diesem Jahrzehnt schon fast eine Häufung stattgefunden hat: Novak Djokovic 2021 und Carlos Alcaraz 2024 schafften den sogenannten «Channel Slam» (in Anlehnung an den Ärmelkanal). Weil die Unterschiede zwischen den beiden Unterlagen längst nicht mehr so gross sind wie früher, könnte sich auch für Zverev eine Tür auftun.
Sie gewannen Roland Garros und Wimbledon im gleichen Jahr
| Spieler | Jahr(e) |
|---|---|
| Rod Laver | 1969 |
| Björn Borg | 1978, 1979, 1980 |
| Rafael Nadal | 2008, 2010 |
| Roger Federer | 2009 |
| Novak Djokovic | 2021 |
| Carlos Alcaraz | 2024 |
«Was auch immer in der Vergangenheit zwischen ihm und mir passiert ist, ist passiert. In der Zwischenzeit hat er in Paris einen Grand-Slam-Titel gewonnen, was ihm viel Selbstvertrauen gegeben hat», zollt Sinner Zverev Respekt. «Wir sehen alle, auf welchem Niveau er hier spielt.»
Sinner nur zu Beginn mit Mühe
Das Niveau zu steigern vermochte aber auch der Südtiroler. Nach der Enttäuschung in Paris, als er von der Hitze gebeutelt bereits in der zweiten Runde ausgeschieden war, bestand Sinner an der Church Road in der ersten Runde den Test gegen Miomir Kecmanovic. Er rang den Serben nach 1:2-Satzrückstand noch nieder. Seither ist er ohne Satzverlust geblieben, auch im Halbfinal gegen Novak Djokovic.
An den Australian Open 2025 hiess der Final ebenfalls Sinner vs. Zverev. Der Italiener setzte sich 6:3, 7:6, 6:3 durch – ein weiterer Fakt, der dem 24-Jährigen Zuversicht geben dürfte.