Es war ein sehr überzeugender Auftritt, den Belinda Bencic (WTA 11) am Mittwoch in der 2. Runde von Wimbledon gegen die Chinesin Xinyu Wang (WTA 39) an den Tag legte.
Der Aufschlag als Stärke
Der Aufschlag, in der Vergangenheit wiederholt eine Baustelle bei der Schweizerin, funktionierte hervorragend. Bencic gewann 86 Prozent der Punkte nach erstem Service und die Quote an ersten Aufschlägen im Feld war mit 64 Prozent solid. Die 29-Jährige musste sich von Wang, die im ersten Satz viel Gegenwehr leistete, kein einziges Mal den Service abnehmen lassen.
Entsprechend war Bencic nach dem 7:5, 6:0-Sieg sehr zufrieden mit ihrer Leistung generell und dem Aufschlag im Besonderen: «In Sachen Aufschlag würde ich mir die Note 6 geben», schmunzelte die Olympiasiegerin von 2021. Die Sicherheit beim Service ermöglichte es Bencic, viel befreiter aufzuspielen, was gegen Wang spätestens im zweiten Satz und mit der Führung im Rücken gut zu erkennen war.
Dass Bencic das Grundlinien-Spiel bestens beherrscht und auch auf Rasen längere Ballwechsel spielen und gewinnen kann, ist auf der Tour bekannt. Wenn die Schweizerin aber weiter so aufschlägt wie in der 2. Runde, wird es für die Gegnerin – egal wie diese heissen sollte – bedeutend schwieriger, gegen Bencic zu bestehen.
Erste grössere Hürde
Das dürfte wohl auch Anna Kalinskaja registriert haben, die sich Bencic am Freitag in der 3. Runde in den Weg stellt. Die 27-jährige Russin musste in der 2. Runde deutlich mehr kämpfen als Bencic, entschied das ausgeglichene Duell mit Diane Parry (FRA/WTA 49) im Match-Tiebreak und nach fast drei Stunden aber für sich.
Kalinskaja hat gute Erinnerungen an Bencic: Vor knapp zwei Monaten beim WTA-1000-Turnier auf Sand in Rom konnte die Weltnummer 20 die Schweizerin im fünften Tête-à-Tête erstmals bezwingen.
Sand ist nicht Rasen und ein WTA-1000- kein Grand-Slam-Turnier. Und so zeigt sich Bencic vor dem neuerlichen Duell mit Kalinskaja durchaus optimistisch: «Sie ist wirklich eine sehr talentierte Spielerin. Es wird sicher nicht einfach, aber ich fühle mich ziemlich gut, um gegen sie zu spielen.»