- Alexander Zverev (GER/ATP 3) bezwingt im Wimbledon-Halbfinal Überraschungsmann Arthur Fery (GBR/ATP 114) in 3 Sätzen mit 7:6 (7:0), 6:2 und 6:4.
- Damit steht der French-Open-Sieger zum 2. Mal in Folge bei einem Grand-Slam-Turnier im Final.
- Im Kampf um die Trophäe am Sonntag duelliert sich Zverev entweder mit Jannik Sinner oder Novak Djokovic.
Es gab vereinzelt Momente, in welchen Arthur Fery das Heimpublikum begeistern konnte. So etwa zu Beginn des 1. Satzes, als der 23-jährige Wildcard-Inhaber nach einem spektakulären Punkt mit der Rückhand gegenüber Alexander Zverev die Oberhand behielt und sich 2 Breakbälle erspielte. Tatsächlich gelang Fery das Rebreak zum 2:3. Anschliessend hatte Zverev das Geschehen aber wieder unter Kontrolle – und demonstrierte im Tiebreak seine Stärke: Mit 7:0 deklassierte der Deutsche den britischen Überraschungsmann.
Eine klare Angelegenheit war anknüpfend auch der 2. Umgang auf dem Centre Court mit 15'000 Zuschauenden. Der aufschlagstarke Zverev sorgte mit dem 2. Break in diesem Satz zum 4:1 für die Vorentscheidung. Nach nur 38 Minuten stand es 6:2 und Zverev lag beruhigend mit 2:0 in Führung. Insgesamt liess die Weltnummer 3 dem Aussenseiter auf der Gegenseite in diesem Satz bei eigenem Service nur gerade 3 Punkte zu.
Zverev folgt 31 Jahre später auf Becker
Auch im 3. Durchgang zeigte sich Zverev bei eigenem Aufschlag durchgehend souverän. Er liess Fery nie auch nur in die Nähe einer Breakchance kommen und nahm dem Briten beim Stand von 2:2 souverän den Service ab.
Nach 2:14 Stunden nutzte Zverev seinen 1. Matchball zum abgeklärten 3-Satzsieg. Er ist der erste Deutsche seit Boris Becker 1995, der es in den Wimbledon-Final geschafft hat. Dabei bietet sich Zverev die Chance, beim Rasenklassiker zum ersten deutschen Sieger seit Michael Stich 1991 zu werden.
Für Zverev ist es 5 Wochen nach dem French-Open-Triumph der insgesamt 5. Grand-Slam-Final, am Montag löst er den derzeit verletzten Spanier Carlos Alcaraz als Nummer 2 der Welt ab. «Es ist erstaunlich. Dieser Grand Slam war immer der, mit dem ich am meisten gekämpft habe», sagte Zverev, «und plötzlich bin ich im Final von Wimbledon. Ich bin unglaublich glücklich und stolz. 99,999 Prozent wollten, dass Arthur gewinnt. Aber es war eine tolle Atmosphäre, ein faires Publikum, ich habe jede Sekunde genossen.»