Immer wieder hatte man darüber gemunkelt, Anfang Juni wurde es dann Tatsache: Serena Williams kehrt auf die WTA-Tour zurück. 1368 Tage nach dem Rücktritt an den US Open bestätigte die 23-fache Grand-Slam-Championne, dass sie es mit 44 Jahren noch einmal versucht – im Doppel an der Seite der 25 Jahre jüngeren Victoria Mboko.
Für das Turnier im Londoner Queen's Club von dieser Woche erhielt Williams eine Wildcard. Sie und Mboko treffen in der Startrunde am Dienstag auf die drittgesetzten Nicole Melichar-Martinez/Erin Routliffe. Williams' Fokus ist klar, wie sie am Montag betonte: «Ich muss nicht gewinnen, ich habe schon mehr gewonnen als die meisten Menschen in ihrem ganzen Leben. Das ist für mich nicht wichtig.»
Bald auch im Einzel am Start?
Sie müsse sich immer wieder vor Augen führen, «dass ich nichts zu verlieren habe und es nur ein Spiel ist». Immer wieder habe sie mit anderen über ein mögliches Comeback geredet – und irgendwann entschieden: «Wieso nicht?» Ausserdem wolle sie, dass ihre beiden Töchter sie spielen sehen.
Ist für Williams, die nach London auch in Berlin aufschlägt, gar eine Rückkehr im Einzel denkbar? «Ich kann dazu weder ja noch nein sagen. Im Moment jedenfalls nicht, ich müsste dazu noch etwas mehr trainieren.»
Hingis macht sich keine Sorgen
Im Rahmen des Legendenturniers an den French Open äusserte sich Martina Hingis zum aufsehenerregenden Comeback: «Da muss man sich keine Sorgen machen oder ihr Tipps geben. Wenn sie sich körperlich gut fühlt, ist sie immer Topfavoritin.»
Mögliche Erschwernisse seien eher organisatorischer Natur, so die frühere Weltnummer 1 aus Trübbach: «Es ist mehr die Herausforderung, alles zu koordinieren. Die ganze Reiserei, das ist am Tennissport die grösste Herausforderung. Wenn man immer vor der eigenen Haustüre spielen könnte, würde ich heute noch spielen.»