- Mirra Andrejewa bezwingt Marta Kostjuk im Halbfinal von Roland Garros mit 6:1, 6:3.
- Die 19-jährige Russin steht damit erstmals in einem Grand-Slam-Final.
- Im 2. Halbfinal duellieren sich die Überraschungsfrauen Diana Shnaider und Maja Chwalinska – jetzt live bei SRF.
Mirra Andrejewa (WTA 8) greift bei den French Open nach ihrem ersten Grand-Slam-Titel. Die 19-jährige Russin setzte sich im mit Spannung erwarteten Halbfinal gegen Marta Kostjuk (WTA 15) aus der Ukraine 6:1, 6:3 durch und zog erstmals in ein Endspiel bei einem Major ein. Am Sonntag duelliert sie sich nun mit ihrer Landsfrau Diana Shnaider oder der polnischen Qualifikantin Maja Chwalinska um den Coupe Suzanne Lenglen.
«Ich bin immer noch sehr nervös, aber sehr glücklich mit der Art und Weise, wie ich heute gespielt habe», sagte Andrejewa: «So etwas habe ich noch nie gespürt. Ich freue mich sehr auf die letzte Partie in Paris.» Für die Weltranglistenachte war es der 35. Sieg in diesem Jahr, keine Spielerin auf der Tour hat mehr. Auch mit ihrer Bilanz von 21:3 auf Sand liegt Andrejewa, die vor zwei Jahren im Halbfinal von Paris an der Italienerin Jasmine Paolini gescheitert war, vorne.
Brisantes Duell
Für Marta Kostjuk endete derweil ihre zuvor perfekte Sandplatz-Saison, im 17. Spiel des Jahres kassierte sie ihre erste Niederlage auf der roten Unterlage. Mit einem Erfolg gegen Andrejewa hätte Kostjuk als erste ukrainische Spielerin überhaupt einen Grand-Slam-Final erreicht.
Auf dem Halbfinal hatte ein besonderer Fokus gelegen, hatte Kostjuk im Verlauf des Turniers immer wieder auf emotionale Art und Weise über die dramatischen Auswirkungen des russischen Angriffskrieges auf ihre Heimat aufmerksam gemacht. Trotz der brisanten Konstellation wollte sie dem Aufeinandertreffen mit Andrejewa aber keine besondere Bedeutung verleihen. Ihr sei es «normalerweise völlig egal, wer auf der anderen Seite des Netzes steht. Ich bin da, um Tennis zu spielen und meinen Job zu machen», hatte Kostjuk betont. Und daran werde sich für sie «am Donnerstag nichts ändern».
Kostjuk wacht zu spät auf
Bei windigen Bedingungen in Paris war es aber Andrejewa, die an ihren unglaublichen Viertelfinalsieg nach 56 Minuten gegen die Rumänin Sorana Cirstea nahtlos anknüpfte. Während Kostjuk sehr nervös wirkte, zog die junge Russin ihr Spiel gnadenlos durch. Nach nur etwas mehr als einer halben Stunde schnappte sie sich den Startsatz deutlich mit 6:1. In Durchgang 2 hielt Andrejewa dann den Druck hoch – Kostjuk wachte zu spät auf.
Erst beim Stand von 1:6, 1:4 fand die 23-Jährige zu ihrem Spiel, das sie zum WTA-1000-Triumph in Madrid und in den Halbfinal der French Open geführt hatte. Mit ihrem ersten Break der Partie zum 3:4 weckte sie die Hoffnungen des Publikums auf einen Entscheidungssatz nochmals. Andrejewa reagierte aber äusserst stark und antwortete direkt mit dem nächsten Servicedurchbruch. Nach 1:16 Stunden nutzte die Russin dann ihren 1. Matchball zum Sieg.