- Die polnische Qualifikantin Maja Chwalinska schreibt ihr Märchen weiter und zieht in den Final von Roland Garros ein.
- Im Halbfinal bezwingt die Weltnummer 114 die Russin Diana Shnaider in 2 hart umkämpften Sätzen mit 7:6 (7:4), 6:4.
- Im Endspiel wartet mit Mirra Andrejewa eine weitere Russin, die mit Marta Kostjuk kurzen Prozess macht.
Vor Turnierstart hatte durchaus erwartet werden dürfen, dass am Samstag eine Polin um die Coupe Suzanne Lenglen spielen würde. Denn Iga Swiatek, die vierfache Championne am Bois de Boulogne, zählte erneut zu den Topfavoritinnen. Mit Maja Chwalinska dürfte allerdings kaum jemand gerechnet haben. Die 24-jährige Weltnummer 114 lancierte ihr Märchen in Paris vor zweieinhalb Wochen nämlich bereits in der Qualifikation.
Im Halbfinal gegen Diana Shnaider (WTA 23) überzeugte die Sensations-Frau am Donnerstag erneut mit ihrem variantenreichen Spiel und zeigte zugleich keinerlei Nerven. Im spektakulären 1. Durchgang verspielte sie zwar einen Breakvorsprung, blieb ihrem Spiel mit vielen hohen Topspin-Bällen, zahlreichen Stopps und überraschenden Netzangriffen aber treu.
Richtungsweisendes Tiebreak
Im Tiebreak belohnte sich die Polin dann für ihr freches Auftreten. Beim Seitenwechsel lag sie zwar mit 2:4 zurück, dank 5 starken Punkten in Folge drehte sie die Kurzentscheidung aber. Den Satzball erspielte sie sich nach 1:16 Stunden mit einem hervorragend improvisierten Lob. Genau so lange hatte Mirra Andrejewa im 1. Halbfinal gebraucht, um ihre 1. Teilnahme an einem Major-Final sicherzustellen.
Und auch im 2. Satz liess Chwalinska nicht nach. Im Duell zweier Linkshänderinnen nahm sie den Schläger mehrere Meter hinter der Grundlinie plötzlich in die ungeübte rechte Hand, spielte die präzise Vorhand von Shnaider mit ausgezeichneter Länge zurück und holte sich den Punkt zum frühen Break.
Wie im Startsatz kam Shnaider zwar nochmals zurück in den Durchgang, das Break zum 5:4 von Chwalinska sorgte aber für die Entscheidung. Nach 2:10 Stunden und zahlreichen kräftezehrenden, aber spektakulären Ballwechseln verwertete die Polin schliesslich ihren 1. Matchball zum mit Abstand grössten Erfolg ihrer Karriere.