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Adrenalin-Kino Drei Actionfilme, die es krachen lassen

Wenn das Leben kurz zu vernünftig wirkt: Diese drei Filme helfen zuverlässig nach.

Es gibt diese seltenen, beinahe verdächtigen Tage, an denen man glaubt, das eigene Leben sei sortiert. Der Kühlschrank enthält Zutaten, die sich mit etwas Fantasie und moralischer Flexibilität zu einer Mahlzeit kombinieren lassen. Kurz gesagt: Man fühlt sich kompetent. Gefährlich kompetent.

Jason Bourne (Matt Damon) hängt an einer Hausfassade.
Legende: Kompetenz in Person Wenn jemand so aussieht, als hätte er alles im Griff, während er buchstäblich an einer Wand klebt, dann wahrscheinlich Jason Bourne. Allstar Picture Library Ltd./Alamy

Genau in solchen Momenten empfiehlt es sich, drei Filme zu schauen, die diese Selbstwahrnehmung mit der nötigen Sorgfalt und Härte korrigieren. Filme, in denen Menschen unter Druck Entscheidungen treffen, die nicht nur schnell, sondern auch richtig sind. Ein Konzept, das im eigenen Alltag meist schon an «Was esse ich heute?» scheitert.

Hier sind sie:

1. «Cash Truck»: Team-Building, aber mit Waffen

In «Cash Truck» fährt Jason Statham einen Geldtransporter, als wäre es ein existenzielles Statement. Er spricht ungefähr so viel wie ein besonders verschlossener Kühlschrank und wirkt dabei, als hätte er schon vor dem Frühstück drei moralische Dilemmata gelöst.

Der Film ist im Grunde eine Meditation über Misstrauen, nur mit mehr Waffen und weniger Meditation. Niemand lächelt, niemand entspannt sich, und wenn doch, dann ist das ein klares Zeichen dafür, dass gleich jemand stirbt.

Jeder kennt diesen einen neuen Kollegen, der einfach nichts von sich preisgibt. Man denkt: schüchtern, vielleicht ein bisschen seltsam, aber harmlos. Und dann ist es Jason Statham, und er ist aus Gründen da, die das HR definitiv nicht abgedeckt hat.

2. «The Bourne Identity»: Gedächtnis weg, Fähigkeiten da: Die produktivste Midlife-Crisis der Filmgeschichte

Die meisten Menschen stellen sich eine Amnesie ungefähr so vor: viel Verwirrung, ein paar peinliche Momente und mindestens zwei Wochen, in denen man seine eigene PIN falsch eingibt. Jason Bourne (Matt Damon) hingegen wacht auf, hat keine Ahnung, wer er ist und entscheidet sich spontan, einfach in allem hervorragend zu sein.

Innerhalb kürzester Zeit spricht er mehrere Sprachen, liest Menschen wie schlecht geschriebene Bücher und gewinnt Kämpfe mit der Gelassenheit von jemandem, der genau weiss, dass er recht hat, auch wenn er nicht weiss, warum. Während man selbst schon überfordert ist, wenn man im Ausland ein Ticketautomat ansieht, navigiert Bourne durch Europa, als hätte er das Drehbuch heimlich mitgeschrieben.

Das eigentlich Irritierende ist: Seine Identitätskrise wirkt weniger wie ein Problem und mehr wie ein Upgrade. Kein Ballast, keine peinlichen Erinnerungen, nur Fähigkeiten und eine sehr klare Agenda. Man beginnt sich unweigerlich zu fragen, ob man selbst mit etwas weniger Selbstkenntnis nicht auch deutlich produktiver wäre.

3. «Transporter 2»: Der seltene Fall, in dem Präzision und kompletter Unsinn perfekt harmonieren

Frank Martin (Jason Statham) ist Chauffeur, was hier bedeutet: Er fährt sehr schnell, sehr präzise und mit der stillen Überzeugung, dass jedes Problem, wirklich jedes, lösbar ist, solange man es mit genügend Geschwindigkeit und einem tadellosen Hemdkragen angeht. Während der Rest von uns schon überfordert ist, wenn das Navi «bitte wenden» sagt, nutzt er Autos als physikalische Argumente.

Das eigentlich Faszinierende ist nicht einmal die Absurdität (obwohl sie beträchtlich ist), sondern die Konsequenz. Der Film besteht darauf, dass man gleichzeitig völlig lächerlich und vollkommen souverän sein kann. Dass man durch Explosionen geht, ohne dass der Anzug Falten wirft. Dass man Regeln hat, selbst wenn man sie in jeder zweiten Szene spektakulär bricht.

Hauptdarsteller fliegt durch die Luft und verprügelt die Gegner.
Legende: Er scheint keine Zeit für Erklärungen zu haben. Oder für die Schwerkraft. SRF

Es gibt eine Szene, in der Statham ein Auto benutzt, um eine Bombe zu entfernen, indem er es in genau dem richtigen Winkel dreht. Liest man dies und denkt «Das klingt unrealistisch», dann hat man den Film geistig schon verstanden und trotzdem wird man ihn lieben.

20.04.26; 23:30; SRF zwei ; 

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