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Allgemeines Die Mehrheit der Schweizer will nicht wählen

Über die Hälfte der Schweizer Stimmbürger nimmt nicht an Wahlen teil. Dafür gibt es verschiedene Gründe: von grosser Zufriedenheit bis zu totaler Inkompetenz. Ein Jahr vor den Wahlen rücken sie wieder in den Fokus.

Ein Jahr vor den nationalen Wahlen dürfte sie von so manchem Wahlstrategen wieder aus der Schublade oder dem Netz geholt werden: Die Studie über die Nicht-Wählenden von der Universität Bern aus dem Jahr 2015. Die Wahl-Abstinenten machen über die Hälfte der Schweizer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger aus. An sie will jeder ran! Nur, wer sind Sie? Das sind die Resultate der Studie:

«Aber es ist doch alles gut»

Rund ein Viertel der Stimmbürger sind einfach so zufrieden, dass sie nicht von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen. Für eine Unterschriftensammlung oder eine Demo verlassen sie die warme Stube aber auch einmal. Sie haben Vertrauen in die Demokratie und sind politisch unterdurchschnittlich interessiert. Überdurchschnittlich ist gemäss Studie ihr Einkommen und ihr Bildungsniveau.

«Ha ke Ahnig, chume chume nid drus»

Jede Vierte Nichtwählerin hält es mit Steff la Cheffe: es ist zu kompliziert, sie vertrauen der Politik nicht, die Kandidierenden kennen sie nicht. Sie sind gemäss Studie unzufrieden, aber die meisten haben auch noch nie gewählt. Ihr Einkommen und das Bildungsniveau sind gering.

«Was, es war Wahltermin?»

Etwa 18 Prozent der Nichtwähler sind gemäss Studie sozial isoliert – zumindest politisch gesehen. Zwar sehr gut gebildet, aber selten in politische Diskussionen mit Familie oder Freunden verwickelt. Wer die Politiker sind? Keine Ahnung! Diese Nicht-Wähler-Gruppe hat das tiefste Durchschnittsalter.

«Schissdräck, bringt eh nüt»

16 Prozent der Nicht-Wähler fehlt es an Motivation, sie sind «politisch verdrossen». In dieser Gruppe sitzt das Misstrauen gegenüber den politischen Institutionen tief, das Bildungsniveau ist es ebenfalls und das Einkommen ebenso.

«Ich geh nur Abstimmen.»

13 Prozent der Nicht-Wähler sind ein kleines Rätsel. Sie wissen viel, kennen die politischen Köpfe. Sie beteiligen sich bereits, gehen aber nur abstimmen, nicht wählen. Das ist ihnen wichtiger. Bildung und Einkommen? Nicht allzu hoch.

«Wir sind da ja in unserer Bürgerinitiative …»

9 Prozent der Nichtwählerinnen sind zwar politisch überdurchschnittlich interessiert, gut eingebunden und trotzdem wahlabstinent. Diese Gruppe beteiligt sich aber abseits der Wahl-Urne am politischen Prozess: In Bürger-Initiativen, Parteien oder auf der Strasse. Hier liegt das Durchschnittsalter am höchsten, die finanzielle Lage ist eher schlecht.

4 Kommentare

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  • Kommentar von Claude Nobs (bernstein)
    Wählen ja, dank Smartvote. Kenne keines Kandidaten Position. Will auch nicht, sind indirekt "gekauft" und für detaillierte Analysen fehlt die Zeit. Leider werden von Smartvote vorgeschlagene Kandidaten fast nie gewählt, da 90% vorausgefüllte Partei-Listen einlegen. Ergo ist das mittlerweile Emotionslos: alle paar Jahre Smartvote im speed-mode durchklicken, namen abschreiben, abschicken, vergessen. Über Politiker diskutieren unter uns Millenials nur die wenigsten, gottseidank gibts Abstimmungen
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  • Kommentar von ely berger (bärn)
    Ich gehe nur abstimmen = 13% Mein Bildungsniveau ist bestimmt überdruchschnittlich, das Einkommen durchschnittlich. Und warum das? Ganz einfach: Ich stimme mehrheitlich "links und grün", lebe es auch, also ziemlich antimaterialistisch, bin gegen die PFZ, weil das ein neoliberales Konzept ist und mit dem momentanen menschl. Niveau total ausgenützt wird. Bin für eine massvolle Zuwanderung, was für mich hier schon lange nicht mehr der Fall ist. Es gibt keine Partei, die ich wählen kann, violà.
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  • Kommentar von Achim Frill (Afri)
    Viele glauben, es ist eine Art Zwang, wählen zu gehen und schalten daher in den Trotz-Modus. Dabei ist es ein Privileg, so direkt auf die Politik Einfluss nehmen zu können. In welchem Land kann man das schon? Insgesamt ist es aber wohl ein Mix aus Trotz, Faulheit und sich zuviel mit Dumpfbackenmedien wie Facebook, Youtube, 20Minuten, oder Blick zu beschäftigen. Dazu noch unser Wohlstand, der wohl erst massiv beschädigt werden muss, damit die Leute aus Not wieder wählen gehen.
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