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«Der liebe Augustin» (2/5) von Horst Wolfram Geissler

Die beiden St. Galler Autoren August E. Hohler und Eduard Stäuble haben nach den Wirren des Zweiten Weltkrieges - einer Zeit, in der den Menschen ein bisschen Frohsinn und sehr viel Liebe nottat - «diese Geschichte eines leichten Lebens in einen Hörspielzyklus verwandelt, auf dass an Sommerabenden zu erfahren sei, wie der liebe Augustin gelebt und geliebt hat». So steht es geschrieben in der Schweizer Radio Zeitung vom 3. Juli 1949 bei der Ankündigung der Erstausstrahlung dieser Hörspielreihe. Die Hörfolge spielt in den beschwingten Zeiten des Rokoko.

Mit:
Therese Giehse (Erzählerin), Peter W. Loosli (Augustin Sumser), Emil Gyr (Meister Tiefenbrunner), Leonie Kretz (Lady Anna Holiday), Xenia Hagmann (Kammerzofe Ketty), Gustav Gnehm (Wirt vom Gasthaus «Zur Post»), Karl Meier (Pfarrer Kuchler), in weiteren Rollen: Walter Wefel, Waldemar Feller, Guido Baumann, Ruth Sager, Lisa Burkhard, Walpurga Gmür

Musik: Hans Steingrube
Regie: Albert Rösler und Guido Frei
Produktion: SRF 1949
 

Horst Wolfram Geissler (1893-1983) beschreibt in den 1940er Jahren sein Leben so: «Ich wurde 1883 dicht am Ufer der Elbe in einem Dorfe geboren, das jetzt schon lange zu Dresden gehört; aber obwohl ich bei diesem wichtigsten Ereignis meines Daseins sicherlich anwesend war, kann ich mich doch nicht mehr so genau daran erinnern wie mein berühmter und bewunderter Freund David Copperfield. Mein eigentliches, bewusstes Leben beginnt erst mehrere Jahre später in Weimar, wo ich das Gymnasium besuchte, jene ehrwürdige Schule, deren Leiter einst Herder war und in der wir - obwohl wir natürlich genauso viele Streiche begingen wie die Schüler aller Welt - den wunderbaren Geist der grössten deutschen Literaturepoche vielleicht doch besser fühlen lernten, als dies anderswo möglich ist. 1912 kam ich als Student nach München, mit der Absicht, vier Monate in der bayerischen Hauptstadt zu bleiben - aus den vier Monaten ist jetzt mehr als ein Vierteljahrhundert geworden, und ich bin immer noch in München. Wer die Stadt kennt, wird das verstehen. - Dies also ist mein Leben; ich sehe, dass es nichts Aufregendes hat; vielleicht wären auch meine Bücher interessanter geworden, wenn ich Asien oder die Sahara im Faltboot durchquert hätte; aber das liegt nicht in meiner Art, und überdies liebe ich das Faltbootfahren nicht besonders. Jeder lebt nach Möglichkeit des Leben, für das er geschaffen ist.»