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Der französische Sänger, Komponist und Schauspieler Charles Trenet (1913-2001) bei einem Auftritt vom 20. Februar 1959 in Rom.
Keystone/STR
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Charles Trenet musikalischer Liebesbrief an das Meer

Mit «La Mer» schuf Frankreichs Chanson-Legende Charles Trenet (1913 – 2001) ein poetisches Lied für alle, die das Meer lieben. Es berührt die Seele und erinnert gleichzeitig an die unendliche Weite des Ozeans.

Das Lied entstand 1943 auf einer Zugfahrt nach Perpignan. Begleitet von einem Sänger und einem Pianisten, erinnerte sich Trenet an ein Gedicht, das er in jungen Jahren verfasst hatte. Die Seenlandschaft vor Augen, meditierte er über die Stimmungen des Meeres und liess sich davon zu einer Melodie inspirieren – sie sollte bald zu einem seiner grössten Erfolge werden.

Charles Trenet sang «La Mer» das erste Mal 1946 auf Schallplatte ein. Das Lied beginnt mit dem zarten Klang einer Harfe, die die Bewegung der Wellen nachahmt. Jack Lawrence, der den Text ins Englische übersetzte, verglich es mit Claude Debussys sinfonischer Dichtung gleichen Namens.

Obwohl Trenet das Lied zunächst als zu feierlich empfand («trop solenelle et rococo»), fand es rasch seinen Weg in die Herzen der Franzosen. Nach der Befreiung Frankreichs vom Nationalsozialismus empfanden sie es als eine Art Hymne der Freiheit.

«La Mer» ist mehr als ein Lied. Es ist zeitlose Poesie, die uns immer wieder träumen und sehnsüchtig ans Meer denken lässt.

Gleichzeitig ist es Charles Trenets Vermächtnis an die Nachwelt. Als er 2001 starb, existierten davon über 4000 verschiedene Einspielungen. Zusammen mit «La Vie en Rose» von Edith Piaf gilt «La Mer» als das meistverkaufte französische Chanson aller Zeiten.

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