300-jähriger Brauch im Aargauer Seetal lässt Frauen an die Macht
Die Frauen gehen in Gruppen von 20 bis 30 Personen in die Restaurants von Fahrwangen und Meisterschwanden. Sie tragen historische Kleider und führen «Grasbogen» mit sich. Mit diesen Netzen fangen sie Männer. Jede Gruppe in jeder Beiz einen Mann.
Ehre für gefangene MännerDie Männer werden ins nächste Restaurant gebracht und dort müssen sie den Frauen eine Runde spendieren und sich so loskaufen. Allerdings: Eine Schmach ist es für die Männer nicht, wenn sie entführt werden. Ganz im Gegenteil, es ist eine Ehre. Denn die Frauen überlegen sich sehr gut, welchen Mann sie ins Netz stecken wollen.
Das Fangen der Männer ist der Kern des «Meitlidonnerstags». Die Frauen sind aber noch an zwei weiteren Abenden unterwegs. Am Sonntag tragen sie Masken und schöne Kostüme und schwingen in den Restaurants das Tanzbein. Es ist strikte Damenwahl. Und am Montag sind sie noch einmal unterwegs, wieder gruppenweise. Jede Frauengruppe kostümiert sich zu einem bestimmten Thema. Mit dem Verteilen von Zopfbrot am Montag um punkt Mitternacht endet dann die alljährliche Frauenherrschaft in Meisterschwanden und Fahrwangen.
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