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Blick ins SRF-Archiv Zehn Schockmomente im Schweizer Selbstbild

Die Schweiz gilt gemeinhin als Hort der Stabilität, doch wiederholt kam es in der Vergangenheit zu Erschütterungen. Ein Blick zurück auf zehn Episoden aus den Jahrzehnten vor der Jahrtausendwende.

Mirage-Affäre (1964)

100 Kampfflugzeuge bestellt, sich dabei aber um schlappe 576 Millionen Franken verrechnet: Die erste parlamentarische Untersuchungskommission (PUK) der Schweizer Geschichte musste ans Werk.

Überfremdungsinitiative (1970)

Rechtspopulist James Schwarzenbach wollte den Ausländeranteil bei 10 Prozent deckeln. Die Initiative schürte einen Geist von Spaltung und Fremdenhass.

Jugendunruhen (1980)

Ein Millionenkredit fürs Opernhaus, aber kein Franken fürs Jugendzentrum: Was in Zürich als Protestmarsch begann, führte zu brutalen Schlachten mit der Polizei.

Bundesrätin Kopps Rücktritt (1988)

Ausgerechnet die erste Frau im Bundesrat musste aufgrund eigenen Fehlverhaltens zurücktreten. Elisabeth Kopp warnte ihren Ehemann telefonisch vor Ermittlungen.

Fichenskandal (1989)

Durch die Untersuchungen zur «Affäre Kopp» kam Erschreckendes ans Licht: Der Schweizer Staatsschutz bespitzelte rund 900.000 Personen und hielt Auffälliges in Dossiers – so genannten Fichen – fest.

P-26-Affäre (1990)

Kurz nach dem Fichenskandal wurde die Existenz der Geheimarmee P-26 bekannt. Diese war ohne gesetzliche Grundlage am Parlament vorbei für den Fall aufgebaut worden, dass die Schweiz besetzt würde.

Finanzbetrüger Werner K. Rey

Der Kollaps des Finanzimperiums von Werner K. Rey warf hohe Wellen. Weit über 1,5 Milliarden Franken von Anlegern und Banken wurden dabei vernichtet.

Nachrichtenlose Vermögen

In den 1990ern gerieten die Schweizer Banken unter Druck, weil sie Erben von Opfern des Holocausts den Zugang zu nachrichtenlosen Konten verwehrten. Ein US-Boykott drohte. 1998 kam es zu einem 1,25-Mrd.-Dollar-Vergleich.

Affäre Nyffenegger (1996)

Korpskommandant Friedrich Nyffenegger, einer der höchsten Offiziere des Landes, wurde wegen Veruntreuung, Betrugs und Urkundenfälschung verurteilt. Es war ein schwerer Schlag gegen das Image der moralischen Integrität der Armee-Elite.

Zwangsmassnahmen für «administrativ Versorgte»

Erst gegen Ende des Jahrhunderts wurde das ganze Ausmass staatlicher Willkür gegen so genannte Verdingkinder und administrativ Versorgte zum öffentlichen Thema. Viele waren ohne Gerichtsurteil in Heime oder Gefängnisse gesteckt worden – ein sehr dunkles Kapitel der Schweizer Geschichte.

Regionaljournal Zentralschweiz, 13.5.2026, 17:30 Uhr ; 

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