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Bundesrat und FC-Basel-Fan Beat Jans: «Der FCB ist für mich fast wie eine Liebesbeziehung»

In der Geschichte der Stadt Basel gab es deutlich mehr Meistertitel im Fussball als eigene Bürger im Bundesrat.

Kein Wunder, ist auch Beat Jans bekennender Fan des FC Basel.

Beat Jans

Bundesrat

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Beat Jans gilt als äusserst nahbarer Schweizer Politiker. Seit dem 1. Januar 2024 steht der Basler SP-Bundesrat dem Justiz- und Polizeidepartement vor. Der gelernte Landwirt und diplomierte Umweltnaturwissenschaftler ist als lösungsorientierter Brückenbauer bekannt, der ökologische Anliegen mit sozialer Gerechtigkeit vereint.

SRF: Herr Bundesrat, beschreiben Sie Ihre Beziehung zum FCB.

Beat Jans: Mein Vater nahm mich als Primarschüler mit ins Stadion. Dort hat es mich gepackt. Es geht weniger um Titel, eher um Stimmung und Leidenschaft – fast wie eine Liebesbeziehung.

Also tat es weh, als vor 20 Jahren der FCB zuhause in der Nachspielzeit die Meisterschaft verlor?

Das war Horror! Ich war mit meinen Töchtern im Stadion und sehr schlecht gelaunt. Aber sie sagten: «Papi, reiss dich zusammen, so schlimm ist das jetzt auch nicht». Und sie hatten recht. Gerade wenn es einem schlecht geht, sollte man vorbildlich bleiben.

Wie beurteilen Sie die aktuelle FCB-Saison?

Nun ja, abhaken. Man hatte immer das Gefühl, das Team habe grosses Potenzial – aber es fand nie zusammen. Vielleicht sind auch die ständigen personellen Wechsel zu viel. Darunter leiden Identität und Zusammenhalt. Das betrifft den FCB, aber auch andere. Bei YB scheint es ähnlich zu sein.

Wie oft gehen Sie als Bundesrat ins Stadion?

Ich schaffe es nur noch selten. Letzte Saison waren es drei Mal.

Dürfen Sie als Bundesrat überhaupt gegen aussen Fan eines Klubs sein?

Ich mache das so, und es wird respektiert. Aber mich begeistern auch Auftritte anderer Schweizer Klubs. Und wir haben bei Männern und Frauen eine tolle Nati.

Wie erleben Sie als FCB-Fan die Meisterschaft des FC Thun?

Ich mag es Thun enorm gönnen. Der Klub hat eine grossartige Saison gespielt.

Wie ist Beat Jans als Fussballer?

Geht so. Als Junior war ich Handballer. Fussball habe ich aber immer hobby-mässig gespielt, und bis heute mit viel Freude.

Sie spielen auch noch immer im FC Nationalrat.

Ja, auch das ist Fun. Und eine gute Sache, die wirklich verbindet. Man duscht und und geht auf ein Bier zusammen mit Politikern, mit denen man sonst keinerlei Berührungspunkte hätte.

Freuen Sie sich auf die bevorstehende WM?

Seit ich ein kleiner Bub war, freue ich mich stets auf die WM.

Einer der Gastgeber sind die USA. Hatten Sie schon persönlich zu tun mit Präsident Donald Trump?

Nein, dafür bin ich als Vorsteher des Justiz- und Polizeidepartements nicht zuständig.

Ein Schweizer, der enge Verbindungen zu Donald Trump pflegt, ist Fifa-Präsident Gianni Infantino.

Das kann auch zur Belastung werden. Man sollte als internationaler Verband gewisse Werte aufrechterhalten. Mein Eindruck ist, dass derzeit zu viel Geld im Fussball ist. Es wäre gut, die internationalen Verbände würden das zurück auf den Boden bringen und primär den Breitensport fördern. Da braucht es eine Korrektur. Aber natürlich ist das nicht ganz einfach.

Gibt es Kontakte zwischen Bundesrat und Fifa, wo solche Botschaften platziert werden?

Ich habe als Verteidiger des FC Nationalrat gegen die Fifa mit Infantino im Sturm gespielt. Er war klar besser – aber ja, dort haben wir diese Botschaft platziert. Die Verbände machen auch viel zur Förderung vom Breitensport, aber das ganze System ist sehr anfällig geworden für Korruption. Es braucht jetzt ein Leadership, das zeigt: Aufrichtigkeit und Bodenständigkeit gehören auch zum Fussball.

Das Gespräch führten Tom Gisler und Mämä Sykora.

SRF zwei, 14.5.2026, 00:10 Uhr ; 

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