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Kochdrama Nach «Boiling Point» geht niemand mehr entspannt essen

Diese Serie sitzt im Nacken wie ein schlecht gelaunter Sous-Chef und flüstert, dass gleich alles schiefgehen wird. Trotzdem kann man nicht wegsehen.

Basierend auf dem gleichnamigen Film von Philip Barantini und getragen von der nervenzerrenden Energie von Stephen Graham, ist diese Serie ein Erlebnis. Sie ist wie ein Abend in einem Restaurant, bei dem man weiss, dass die Küche brennt und man trotzdem noch ein Dessert bestellt. Hier sind fünf Gründe, warum man «Boiling Point» auf keinen Fall verpassen darf.

1. Weil Stress selten so gut inszeniert war

Das Herzstück von «Boiling Point» ist ein einziger, unaufhörlicher Strom aus Druck, Fehlern und kleinen Katastrophen. Die erste Episode der Serie startet mit einer ca. 11-minütigen One-Take-Sequenz. Also ohne Schnitt. Sie vermittelt sofort die Intensität und Dringlichkeit der Küche. Man merkt gar nicht, wie angespannt man bist. Plötzlich stellt man fest, dass man seit zehn Minuten nicht mehr richtig geatmet hat.

2. Weil jede Nebenfigur ihre eigene kleine Katastrophe hat

Hier gibt es keine Statisten. Selbst der Kollege, der nur Salz nachstreut, hat eine Drama-Akte, die länger ist als die Speisekarte. Und genau das macht die Serie so liebenswert und erschreckend zugleich: Man will wissen, ob derjenige überlebt. Emotional, körperlich oder wenigstens mit einem ganzen Burger.

3. Weil jeder Gast eine kleine Panik auslöst

Manchmal ist der Stress nicht in der Küche, sondern am Tisch. Ein Gast, der «nur eine kleine Änderung» will, kann in «Boiling Point» eine Lawine auslösen. Man lacht, weil es absurd ist und erkennt sofort die Wahrheit: Restaurants sind Minenfelder für winzige Wünsche.

4. Weil sie zeigt, wie dünn die Linie zwischen Kontrolle und Chaos ist

Das vielleicht Schönste oder Unangenehmste an dieser Serie: Sie versteht, dass das Leben selten mit einem grossen Knall auseinanderfällt. Meistens geschieht es schleichend, zwischen zwei Bestellungen. Das Restaurant ist dabei nur ein Mikrokosmos. In Wahrheit geht es um Stolz, Überforderung und die verzweifelte Hoffnung, dass man den Laden noch irgendwie am Laufen halten kann, selbst wenn alles längst brennt.

Stephen Graham als Andy.
Legende: Andy, wie Stephen Graham ihn spielt, sitzt da, als hätte der Tag ihn ausgespuckt und es sich dann anders überlegt. SRF/BOILING POINT TV LIMITED/BBC Studios 2023

5. Weil die Serie körperlich trifft

Zuschauer berichten regelmässig, dass sie sich beim Schauen gestresst fühlen und das ist kein Fehler, sondern ein Feature. Das liegt daran, dass «Boiling Point» keine Distanz erlaubt. Man ist nicht Beobachter, man ist Teil des Teams. Man hört das Klappern, spürt die Hitze, und irgendwann glaubt man, selbst gleich angeschrien zu werden.

«Boiling Point»

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Die Crew von «Boilinn Point».
Legende: Die Restaurant-Crew will die chaotische, hektische Restaurantschicht einfach nur durchstehen. SRF

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«Boiling Point»; 2.4.2026; 20.10 Uhr; SRF zwei ; 

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