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Nominiert für einen Emmy sind ...
Aus Kultur Extras vom 15.09.2020.
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72. Primetime Emmy Awards Die Emmys 2020 sind afroamerikanisch wie nie

Beim wichtigsten US-Fernsehpreis stehen in diesem Jahr alle Zeichen auf Rekord – dank Netflix und «Black Lives Matter».

Wegen der Pandemie findet die 72. Vergabe der Emmy Awards am Sonntag, 20. September virtuell statt. Einen Vorgeschmack davon, was uns erwartet, haben wir bereits Ende August gekriegt.

Als die dunkelhäutige Komikerin Leslie Jones die Nominierungen bekanntgab und ihrem Team danach im Strassen-Slang gratulierte: «Yes you guys! We did it! We was good right? We was the bomb!»

Bekanntgabe der Emmy-Nominierungen in der Kategorie «Lead actor in a drama series».
Legende: Endlich spiegelt sich die Diversität der Fernsehlandschaft auch bei den Emmys wider. Keystone / Invision

Jones, die hierzulande vor allem als schlagfertigste Schauspielerin der Ghostbusters-Neuverfilmung bekannt sein dürfte, wie sie leibt und lebt. Dass die Wahl der Television Academy auf eine Afroamerikanerin fiel, ist kein Zufall. Die Emmys 2020 wollen Farbe bekennen. Das zeigt sich auch bei den Nominierten: So gut vertreten wie in diesem Jahr war die Gruppe der sogenannten «people of color» noch nie.

«Watchmen» in der Pole-Position

Am häufigsten nominiert wurde die neunteilige Superhelden-Serie «Watchmen», die in einer alternativen Gegenwart spielt. Einer Welt, die keine Handys und kein Internet kennt. Trotzdem kommt einem vieles, was dieses dystopische Amerika prägt, bekannt vor: Vor allem das schwelende Rassismusproblem, das die ganze Nation zu spalten droht.

Regina King auf dem Poster von «Watchmen» .
Legende: Trifft voll den Zeitgeist: «Watchmen» mit Hauptdarstellerin Regina King. Keystone / HBO

Oscarpreisträgerin Regina King, die in Venedig für ihr Regiedebüt «One Night in Miami» gefeiert wurde, brilliert in «Watchmen» als dunkelhäutige Identifikationsfigur. Doch nicht nur sie hat gute Emmy-Siegeschancen. Der gesellschaftskritischen HBO-Mini-Serie, die 2019 von «Lost»-Schöpfer Damon Lindelof lanciert wurde, winken total 26 Trophäen.

Netflix vor HBO und Disney +

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Filmstill des reitenden Mandalorian in Begleitung.
Legende: Brach einen Rekord: Disneys «The Mandalorian». Keystone / Disney +

Trotz «Watchmen»: Die meisten Nominierungen sahnte nicht der Pay-TV-Kanal HBO, sondern Netflix ab. Auf sage und schreibe 160 Emmys (davon 18 für den Mystery-Knüller «Ozark») kann der Streaming-Gigant dieses Jahr hoffen. Damit löst Netflix den bisherigen Rekordhalter HBO ab, der in diesem Jahr immerhin noch 107mal nominiert wurde.

Von solchen Zahlen kann Streaming-Neuling Disney+ nur träumen. Dafür schnappte sich das steinreiche Maus-Haus einen andere Bestmarke: Indem es direkt im ersten Jahr eine Nominierung in der prestigeträchtigen Sparte «Beste Drama-Serie» einheimste. «The Mandalorian» macht’s möglich. Mehr noch: Wenn die Macht mit dem populären Star-Wars-Ableger ist, könnten es sogar 15 Emmys werden.

Starke jüdische Frauenfiguren

In der Kategorie «Beste Komödien-Serie» schwingt «The Marvelous Mrs. Maisel» mit 20 Nominierungen obenauf. Als Titelfigur fungiert hier eine jüdische Hausfrau und Mutter, die sich auf den männerdominierten Comedy-Bühnen New Yorks durchsetzen will.

Antohny Anderson und Tracee Ellis Ross in der Comedy-Serie «Black-ish».
Legende: Nominiertes Leinwandpaar: Antohny Anderson and Tracee Ellis Ross aus «Black-ish». Keystone / Ali Goldstein

Eine andere, nicht minder mutige Jüdin steht im Mittelpunkt der deutschen Mini-Serie «Unorthodox». Der lose auf Deborah Feldmans gleichnamiger Autobiographie basierende Vierteiler erzählt die Emanzipationsgeschichte einer ultra-orthodoxen New Yorkerin. Acht Trophäen könnte das in Brooklyn und Berlin angesiedelte Zuschauerhit insgesamt gewinnen.

Doppelsieg für Sterling K. Brown?

Sterling K. Brown, Nebendarsteller von «The Marvelous Mrs. Maisel», in Aktion.
Legende: Trifft den guten Ton: Sterling K. Brown, Nebendarsteller von «The Marvelous Mrs. Maisel». Keystone / Amazon Studios

Diversität ist Trumpf bei den 72. Primetime Emmy Award. Am augenfälligsten: die hohe afroamerikanische Präsenz. Sterling K. Brown wurde gar zweimal nominiert: als Hauptdarsteller des Dramas «This Is Us» und als Nebendarsteller von «The Marvelous Mrs. Maisel».

Ob das an «Black Live Matters» liegt? Eric Deggans, TV-Kritiker für National Public Radio, hält einen direkten Zusammenhang für möglich, ja sogar wahrscheinlich: «Ich bin mir sicher: Das Letzte, was die Television Academy derzeit haben wollte, war eine Emmys-so-weiss-Debatte.»

Don Cheadle in der Comedy-Serie «Black Monday».
Legende: Ebenfalls nominiert: Don Cheadle für seinen Part in der Comedy-Serie «Black Monday». Keystone / Nicole Wilder

Wie dem auch sei: Die grössere Diversität ist zu begrüssen. Doch lässt man die Schauspiel-Kategorien aussen vor, bleiben nur wenige «people of color» übrig. Die überwiegende Mehrheit der nominierten Autoren und Regisseure ist weiterhin weiss. Genauso wie der Moderator der Award-Show: Late-Night-Legende Jimmy Kimmel.

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