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Ausstellung zum Animationsfilm Wie Trickfilmfiguren laufen lernen

Die Ausstellung «Swiss Animation – Bewegt!» im Kunstraum Baden zeigt, wie Schweizer Animationsfilme entstehen.

Legende: Audio Fantoche: Swiss Animation - bewegt abspielen. Laufzeit 03:59 Minuten.
03:59 min, aus Kultur-Aktualität vom 04.09.2018.

In Baden beginnt heute die 16. Ausgabe des Animationsfilmfestivals Fantoche, Link öffnet in einem neuen Fenster. Gleichzeitig feiert die Schweizer Trickfilmgruppe – das Groupement Suisse du Film d’Animation (GSFA) – dieses Jahr den 50. Jahrestag.

Deshalb ist in Baden nicht nur eine grosse Zahl neuer Animationsfilme zu sehen, sondern auch die Ausstellung «Swiss Animation – Bewegt!» im Kunstraum Baden.

Courgette in Einzelteilen

An den Wänden hängen viele grosse Boards mit Zeichnungen. Auf einer sind lauter Hände in verschiedenen Posen zu sehen, auf einer anderen Georges Schwizgebels Erlkönig mit dem Kind am Arm.

«Swiss Animation – Bewegt»

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Die Ausstellung «Swiss Animation – Bewegt, Link öffnet in einem neuen Fenster» ist noch bis zum 16. September im Rahmen des Animationsfilmfestivals Fantoche, Link öffnet in einem neuen Fenster in Baden zu sehen. Danach geht sie auf Wanderschaft – unter anderem nach Bellinzona, Luzern, Solothurn, Dietikon, Lausanne und Luzern.

Im Raum in einer Art übergrossen Puppenstube steht der kleine Junge Courgette aus dem gleichnamigen Animationsfilm-Hit von Claude Barras. Neben der Courgette-Puppe liegen diverse Utensilien wie Hände oder Augenbrauen.

Da sind Skizzen von Szenen, die uns bekannt vorkommen, aber die wir von den Filmen anders in Erinnerung haben.

Die Ausstellung ist eine Wundertüte voller Wiederbegegnungen. Aber für einmal sind nicht die fertigen Produkte zu sehen, sondern all die Vor- und Zwischenstufen – grafische und puppenbildnerische Mini-Kunstwerke, welche die Räume und Wände imaginär in Bewegung setzen.

«So viele Originale wie möglich»

Dabei war nicht die Geschichte der Schweizer Animation gesucht, sondern ein Blick in die Werkstatt, sagt Monica Stadler vom der GSFA: «Der Verband wollte bewusst nicht etwas zeigen, das vergangen ist, sondern die Aktualität. Eine Bedingung war, dass die Projekte der Ausstellenden nicht älter als fünf Jahre sind.»

Was da an den Wänden hänge, komme zum grössten Teil aus den Werkstätten der Verbandsmitglieder, sagt Rolf Brönnimann, der die Ausstellung konzipiert hat: «Das meiste sind Originale. Wir wollten so viele Originale wie möglich. Das ist allerdings nicht ganz einfach, weil viele Animatoren digital arbeiten.»

Eine Serie von Zeichnungen zeigt eine schwimmende Person
Legende: «Swiss Animation - Bewegt!» zeigt Skizzen und Originalbilder aus Schweizer Trickfilmen. SRF

Klar: Ob man ganz klassisch hunderte von Zeichnungen auf Papier in Einzelbildschaltung fotografiert oder diese gezeichneten Phasen lieber direkt am Bildschirm entwirft, ist auch eine Frage des Aufwands, der Helferinnen und Helfer und der finanziellen Möglichkeiten.

Magnetische Pupillen

In der Ausstellung sind die im Raum stehenden Vitrinen mit den kleinen Puppen und ihrem Zubehör die ersten Publikumsmagnete – ganz wörtlich im Fall der kleinen Hirschpuppe, neben der eine Pillendose mit verschieden grossen schwarzen Punkten liegt.

Zwei Trickfilm-Puppen und Möbelstücke in einer Vitrine
Legende: Die Puppen aus «Imposteur» verändern ihren Gesichtsausdruck dank magnetischer Pupillen. R.Bismarck / Kunstraum Baden

«Das ist der Film ‹Imposteur› von Eli Chapuis», erklärt Rolf Brönnimann. «Diese kleinen schwarzen Dinger sind die Pupillen, die er beim Animieren je nach Ausdruck seiner kleinen Puppe aufs Auge klebte. Diese Punkte sind magnetisch.»

Die schiere Geduld und der unglaubliche Aufwand beim Animieren ringen Bewunderung ab. Schliesslich braucht es für jede Sekunde Film rund 24 einzelne Bilder.

Gerade die Puppentrickfilmer seien Geduldsmonumente, sagt Rolf Brönnimann: «Diese Leute sind wahnsinnig. Das sieht man auch beim Courgette-Exponat. Das ist verrückt.»

Filmemacher live bei der Arbeit

Während der Ausstellung sind auch immer wieder Animations-Filmerinnen und -Filmer an der Arbeit zu beobachten.

Vor Werkspionage habe sie keine Angst, sagt Maja Gehrig, von der etwa die zwei Holzpuppen in «Amourette» stammen, die sich 2009 auf Schleifpapier voller Leidenschaft aus der Welt geraspelt haben: «Die Idee und die Technik sind das eine. Das andere ist der lange Atem, den man braucht, um während drei oder vier Jahren die Werke umzusetzen.»

Geheimnisse gäbe es vielleicht punkto Materialien und Giesszusammensetzungen von Puppen. «Sonst ist es der eigene Stil, und es geht darum, eine eigene Welt zu erschaffen. Das ist sehr individuell und nicht kopierbar», so die Trickfilmerin.

Eine Puppe in einer Art Puppenhaus, davor Boxen mit Puppen-Elementen
Legende: Auch in Baden zu sehen: eine Originalkulisse aus «Ma Vie de Courgette». SRF

Annette Schindler, die das Badener Animationsfilmfestival leitet, ist begeistert von der Ausstellung. Die vielfältige Dokumentation der Arbeitsprozesse, die zu den fertigen Filmen führten, passe bestens ins aktuelle Festivalkonzept.

Animationsfilmfestival Fantoche

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Die 16. Ausgabe des Animationsfilmfestivals Fantoche, Link öffnet in einem neuen Fenster findet vom 4. bis 9. September 2018 in Baden statt.

«Dieses Jahr setzen wir uns bei Fantoche auch damit auseinander, wie der Kontrast zu bewältigen ist zwischen Live und Konserve», sagt Annette Schindler: «Ich finde, diese Brücke ist hier gut geschlagen. Weil wir hier das sehen, was zum Film führt. Und es ist schon verblüffend, wie viel von dieser Liebe zum Detail, von der Feinheit und Leidenschaft auch in diesen Objekten zu spüren ist.»

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