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Filmschatz «Buffalo Bill and the Indians»
Aus Kultur Extras vom 26.02.2021.
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Buffalo Bill wird 175 Wie Buffalo Bill das Bild des Wilden Westens prägte

Held, Showman, Rassist? Die vielen Gesichter einer Western-Ikone, deren Image zunehmend Risse erhält.

Er säuft. Gibt rassistische Kommentare von sich. Behandelt seine Mitmenschen schlecht. Lügt und betrügt. Und mit seinem Revolver kann er nicht mal richtig schiessen.

Das soll ein Held sein? Zumindest wird Western-Ikone Buffalo Bill (Paul Newman) im Film «Buffalo Bill and the Indians, or Sitting Bull’s History Lesson» aus dem Jahr 1976 so dargestellt.

Legende: Egoistischer Selbstdarsteller – Buffalo Bill im Film von 1976. Imago Images / Prod.DB

Dieser Anti-Western erschien ausgerechnet in dem Jahr, in dem die USA ihr 200-jähriges Bestehen feierten. Der Film kam dementsprechend bei einigen nicht so gut an.

Für viele ist der echte Buffalo Bill noch immer eine Ikone. Denn er prägte das Bild des Wilden Westens – wenn auch nicht nur zum Guten.

Er trieb die Ausrottung der Bisons kräftig voran

Wie genau William Frederick Cody zum Spitznamen Buffalo Bill kam – darüber sind sich die Quellen uneins. Sicher ist: Er war ein erfolgreicher Bison-Jäger. Nach eigenen Angaben soll er bis zu 5000 Tiere pro Jahr getötet haben.

Im 16. Jahrhundert lebten in Nordamerika etwa 25 bis 30 Millionen Bisons. Im späten 19. Jahrhundert waren davon nicht einmal mehr 100 übrig.

Er begründete das amerikanische Show-Business

Buffalo Bill war nicht nur Jäger, sondern auch Kutscher, Pöstler, Kundschafter – und vor allem Showman.

Ab 1883 spielte er in seiner «Buffalo Bill’s Wild West Show» seine eigenen Kriegs-Heldentaten nach. Üppig ausgeschmückt mit vielen Cowboys, Indigenen, Bisons und Pferden.

Das Show-Spektakel wurde zum riesigen Erfolg. Buffalo Bill tourte durch die USA und später auch Europa. 30 Jahre lang war er mit seiner Show unterwegs. Im Publikum sass unter anderem britische Royals und US-Präsidenten.

Legende: «Buffalo Bill’s Wild West Show» im Disneyland Paris. Getty Images/Julien Hekimian

Viele halten Buffalo Bill für den Begründer des amerikanischen Showbusiness.

Angelehnt an die Original-Aufführungen läuft bis heute «Buffalo Bill’s Wild West Show» im Disneyland Paris.

Er prägte das Image des Wilden Westens

Buffalo Bill beschäftigte für seine Show viele Indigene. Laut alten Dokumenten soll er sie anständig bezahlt haben.

Das Image, das er ihnen verpasste, war jedoch gar nicht anständig. Laute, federbeschmückte Wilde waren sie in seiner Show.

Legende: Buffalo Bill und ein Teil seiner Truppe. Getty Images/Buyenlarge

Durch die Popularität der Wild West Show verbreitete sich dieses rassistische Image. Und hielt sich hartnäckig. Bis in die 1970er waren viele Hollywood-Western davon geprägt.

Erst später fand ein Umdenken statt. Und Buffalo Bill wurde kritischer betrachtet. Wie zum Beispiel im Film von 1976.

Paul Newmans Version des Westernhelden ist kein Pionier, kein Vorbild, sondern ein eitler Selbstdarsteller.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Beni Stukator  (Beni Stukator)
    Guter Beitrag SRF und danke für den Input! Werde mich heute Abend filmtechnisch diesem Thema widmen:-)
  • Kommentar von Thomas Epple  (Corax)
    ..." Gibt rassistische Kommentare von sich. Behandelt seine Mitmenschen schlecht. Lügt und betrügt." ...
    Das erinnert mich spontan an einen ehemaligen amerikanischen Präsidenten, dessen Namen ich nicht schreiben mag.
    Ganz schlimm allerdings damals war der systematische Ausrottungsversuch der Bisons, welche die Lebensgrundlage der Indigenen bildeten.
    Eine perfide und abscheuliche Taktik, die "Wilden" zu vernichten.
    So lebensverachtend agierten die "Weißen".