«Captain America: Civil War»: Superhelden-Aufmarsch bei der UNO

Schwere Zeiten für Superhelden – Durch ein Abkommen wollen die UN die Kontrolle über die Avengers erlangen. Grund dafür: Ihre Einsätze sind regelmässig von Kollateralschäden begleitet. Von diesem Plan sind nicht alle Mitglieder der Avengers gleichermassen begeistert.

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Im Kino: «Captain America: Civil War»

1:58 min, vom 27.4.2016

Nach einem missglückten Einsatz in Lagos, bei dem unschuldige Menschen ums Leben kommen, wird die Kritik an den Avengers immer lauter. Über 100 Mitgliedsstaaten der UN beschliessen, der Superheldentruppe um Captain America und Iron Man ein Ultimatum zu stellen: Von nun an sollen sie nicht mehr auf eigene Faust handeln dürfen.

Dazu müssen alle Mitglieder ein Abkommen unterzeichnen, das ihre Einsätze künftig an UN-Beschlüsse bindet. Iron Man (Robert Downey Jr.) unterstützt diese Entscheidung. Captain America (Chris Evans) kann damit gar nichts anfangen. Seine Erfahrungen mit Politikern haben ihn gelehrt, dass man ihnen nicht leichtfertig trauen sollte. Und so spaltet sich die Heldentruppe in zwei Lager.

    • 1.
      Das kritischste Zitat
      Captain America und Iron Man stehen sich gegenüber Bild in Lightbox öffnen.

      Bildlegende: Sind nicht gleicher Meinung: Captain America (Chris Evans) und Iron Man (Robert Downey Jr.). WALT DISNEY

      «Wenn wir dieses Abkommen unterschreiben, wird uns damit das Recht, selbst zu entscheiden, weggenommen.» Steve Rogers alias Captain America über das UN-Abkommen, das die Avengers unterzeichnen sollen.

    • 2.
      Der Schauspieler
      Chris Evans posiert für ein Foto. Bild in Lightbox öffnen.

      Bildlegende: Wieder in seiner berühmtesten Rolle zu sehen: Chris Evans. Keystone

      Zum fünften Mal schon verkörpert der gebürtige Bostoner Chris Evans Captain America auf der Leinwand. Superhelden-Erfahrung hatte er zuvor schon als «Human Torch» in den ersten Verfilmungen der «Fantastic Four»-Comics gesammelt. Einem breiteren Publikum wurde Evans durch die Komödie «Not Another Teen Movie» (2001) bekannt. Mit dem Drama «Before We Go» feierte er vor zwei Jahren sein Regiedebüt.

    • 3.
      Fakten, die man wissen sollte
      Spider-Man hält Captain Americas Schild. Bild in Lightbox öffnen.

      Bildlegende: Neuling im Marvel-Film-Universum: Spider-Man (Tom Holland). WALT DISNEY

      Wie es für die Marvel-Studios üblich ist, wird in «Captain America: Civil War» nicht nur die Entwicklung des Hauptcharakters berücksichtigt. Ein derart gewaltiges Superheldenaufgebot ist allerdings selbst gemessen an den Standards der Kult-Studios aussergewöhnlich. Zu etablierten Publikumslieblingen wie Captain America, Black Widow (Scarlett Johansson) oder Iron Man gesellen sich neue Superhelden wie Black Panther (Chadwick Boseman). Auch der bereits kinoerprobte Spider-Man ist erstmals in einem Marvel-Film zu sehen. Um die Filmrechte am Wandkrabbler musste lange mit Sony verhandelt werden. Gelohnt hat es sich: Die Szenen mit dem jungen Spider-Man gehören zu den Highlights des Films.

    • 4.
      Das Urteil
      Captain America schützt sich mit seinem Schild. Bild in Lightbox öffnen.

      Bildlegende: Kein Grund, skeptisch zu sein: «Captain America: Civil War». WALT DISNEY

      Superheldenfilme sollen in erster Linie unterhalten. Diesen Anspruch erfüllt «Captain America: Civil War» mühelos. Spektakuläre Kampfchoreographien und lustige Sprüche lassen sich in (fast) allen Marvel-Filmen finden. «Civil War» reüssiert vor allem darin, diese Elemente effizient einzusetzen. Selbstverständlich wird auch hier wieder ordentlich zugelangt – doch diese Szenen dienen nicht als blosses Streckmittel für einen dünnen Plot.

      Ein Dutzend Superhelden in einen Film zu packen, klingt auf dem Papier nicht zwingend nach einer guten Idee. Doch tatsächlich rechtfertigt jeder davon seinen Auftritt. Genügend Momente ausserhalb der Kostüme ermöglichen es dem Zuschauer zudem, diese Figuren besser zu verstehen. Ihre Kräfte mögen zwar übermenschlich sein, doch ihre Probleme sind es ganz bestimmt nicht. Denn Loyalität, Skepsis, Selbstzweifel und Verantwortung sind Konzepte, die jeden Menschen beschäftigen. Auch die ewige Frage nach dem richtigen Verhältnis zwischen Sicherheit und Freiheit greift der Film auf und trifft damit den von Terror-Angst geprägten Zeitgeist. Dass die Regisseure Anthony und Joe Russo sich dabei nicht als Humor-Analphabeten entpuppen, macht «Captain America: Civil War» erst recht zum uneingeschränkten Kino-Vergnügen.

Kinostart: 28.04.2016