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Legende: Video Jä-soo! abspielen. Laufzeit 01:23:55 Minuten.
Aus Schweizer Film vom 05.01.2019.
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Dialektfilm «Jä-soo!» Als die Stadt noch «gfürchig» war

Schwarz-weiss ist der älteste Dialektfilm «Jä-soo!» nicht nur in seiner Machart, sondern auch in seiner Moral: böse Städter gegen naive Ländler.

Die Bösen sind immer die Basler. Das ist kein schlechter Witz. Das galt jahrzehntelang im Schweizer Film.

Die Diebe, die Dealer und andere schmierige Typen sprachen fast immer Basler Dialekt – so auch im Film «Jä-soo!».

Böse Basler, zerstreute Zürcher

Die Geschichte spielt zwar vornehmlich in Zürich, aber der «bad guy», André, redet Baseldeutsch. Er will die naiven Hauptdarsteller übers Ohr hauen.

Der Tenor im Schwarzweissfilm von 1935: Der miese Städter, der gutgläubige Menschen vom Land ausnehmen will.

schwarzweiss Bild von einem Paar auf der Bank und einem Polizisten
Legende: Gfürchig: Die Landeier sind mit der Stadt überfordert – aber bleiben stets die Klügeren. SRF/Praesens-Film / Stadtarchiv Zürich

Aber der Reihe nach. Alles beginnt in einer winterlichen Landschaft in einem Dorf irgendwo im Kanton Zürich.

Dort leben Jakob und Frieda Stäubli, kleine aber rechtschaffene Leute vom Land. Es zieht sie in die Stadt, weil Tochter Nelly zu Weihnachten nicht nach Hause kommen will.

Deshalb reisen Jakob und Frieda kurz entschlossen nach Zürich und sind dort heillos überfordert: das Tempo, der Lärm, die Sitten, die Sprache.

ein schwarz-weiss Bild einer Frau und eines Mannes in der Stadt
Legende: Die Stäublis verloren im grossen Zürich? Frieda und Jakob trauen den Städtern nicht über den Weg. SRF/Praesens-Film / Stadtarchiv Zürich

Jakob und Frieda stolpern buchstäblich durch Zürich. Aber eigentlich sind die beiden Landeier stets die Klügeren.

Irgendwann will Vater Jakob mehr erfahren über Nellys neuen Freund – eben jenen Basler André.

Familiensegen hängt schief

Er stellt ihn zur Rede, aber bringt es einfach nicht auf den Punkt. Und auch Mutter Frieda, die gleichzeitig Tochter Nelly ins Gebet nimmt, hat Mühe ihre Gedanken zu formulieren.

Ein schwarz-weiss Bild einer Frau, die telefoniert
Legende: Lieber im Schönheitssalon in Zürich, als im Geschäft in der Provinz – Tochter Nelly kennt ihre Prioritäten. SRF/Praesens-Film / Stadtarchiv Zürich

Es wird klar: Die Eltern haben Vorbehalte und sorgen sich um ihre Tochter.

Und spätestens als der baseldeutschsprechende Hochstapler André Nellys Eltern das Geld aus der Tasche ziehen will, begreift man die Moral von der Geschicht.

Ort voller Unheil

Die Stadt ist Heimat zwielichtiger Figuren und darum ein gefährlicher Ort für anständige Mädchen.

Ein schwarz-weiss Foto eines Mannes
Legende: «Jä-soo!» war das Kinodebüt von Regisseur Leopold Lindtberg, der später etwa mit «Wachtmeister Studer» bekannt wurde. Keystone

Man nimmt denn vom Film «Jä-soo» eine Ahnung darüber mit, wie vor gut 80 Jahren viele Leute in der Schweiz dachten.

Die Stadt wurde dämonisiert. Das Leben auf dem Land idealisiert.

1 Kommentar

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  • Kommentar von Hanspeter Zaugg (rägetag)
    Ja, baseldeutsch war fast immer gleichbedeutetend mit Bösewicht, aber es gab auch Ausnahmen: "Polizischt Wäckerli"CH 1955 Dort spielte R. Walter Hr Hoffman und der sprach Zürideutsch und kam aus Glarus. R. Walter selber war Solothurner und nicht etwa Basler.
    Ein positives Beispiel einer Basler Figur findet man erst ab 1983 in "Motel" "Peperonni" gespielt von.Daniel Levy Herzlichen Dank an Heinz Schweizer an einen wiederum herrvorragend restaurierten Filmklassiker
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