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Film & Serien Eine romantische Komödie nach Schweizer Art

Er war für den Schweizer Filmpreis 2015 nominiert, jetzt kommt er in die Kinos: Der Film «Pause» steht irgendwo zwischen Liebeskomödie und Musikerfilm. Was der Geschichte an Exotik abgeht, wird durch originelle Erzählweise, starke Schauspieler und mitreissende Musik wieder wettgemacht.

Legende: Video Fünf Fragen an Regisseur Mathieu Urfer abspielen. Laufzeit 04:35 Minuten.
Aus Kultur vom 21.05.2015.

Manchmal ist es einfach gut, keine allzu grossen Ambitionen zu hegen. Musiker Sami ist zufrieden damit, mit seinem alten Alkoholikerfreund Férnand durch die Lokale zu ziehen und seine Country-Musik zu spielen. Er komponiert und tüftelt an Songs. Und er lebt eben gerade wieder in seinem Auto, weil ihn seine Freundin nach vier Jahren rausgeschmissen hat.

Romantische Komödie meets Musikerfilm

Ein Mann und eine Frau in der Badewanne.
Legende: Machen Beziehungspause: Sami (Baptiste Gilliéron) und Julia (Julia Faure). Filmcoopi

Das erklärt er Julia, die er an einer Tankstelle trifft. Und vier Jahre später ist er mit Julia am gleichen Punkt. Manchmal ist es einfach gut, keine allzu grossen Ambitionen zu hegen, hat sich glücklicherweise wohl auch Drehbuchautor, Regisseur und Musiker Mathieu Urfer gesagt, als er sich auf seinen ersten Spielfilm vorbereitet hat.

Das ist darum ein Glück, weil er aus der Verquickung der romantischen Komödie und dem Musikerfilm ein erstaunliches Maximum herausholt. Was der Geschichte an Exotik abgeht, wiegt er durch szenische Einfälle, originelle Erzählweise, charmante Szenen, starke Schauspieler und seine eigene, mitreissende Musik wieder auf.

Szenefilm in Lausanne

«Pause». Der Titel ist auch fast schon der Plot. Wenn die Frau davon läuft, oder einen anderen hat, dann ist das nicht so schlimm, erklärt der Alte dem Jungen. «Dramatisch wird es erst, wenn sie dich schonen will und nach einer Beziehungspause verlangt.» Und das tut Julia dann natürlich und Sami geht in Overdrive, versinkt in Selbstmitleid. Abwechslungsweise.

Irgendwo in «Pause» steckt der Geist eines Berliner oder New Yorker Szene-Films, der sich nach Lausanne verirrt hat. Und dem es da gefällt. Zwischen dem grossartigen Schauspielveteranen André Wilms und Aki Kaurismäkis Kameramann Timo Salminen entfalten eine ganze Reihe von Jungschauspielern ihre Talente, versprühen borstigen Charme und einen Unterton von Wahrhaftigkeit und Wehmut.

Urfer schreckt auch vor den billigeren Drehbuchkonventionen der romantischen Komödie nicht zurück. Um die Liebe seiner Protagonisten wieder zu kitten, greift er zum bewährtesten Mittel der Filmgeschichte und peppt das dann mit seiner eingängigen Musik wieder auf.

Aber man soll Komödien ihre Konventionen nicht übel nehmen. Sie sind die Wegweiser auf dem Vitaparcours des Kinos. Und von Mathieu Urfer darf man wohl weitere und wachsende Filme erwarten. «Pause» macht schon mal durchaus Freude.

Kinostart: 21. Mai 2015

SRG-Koproduktion

Die SRG ist Koproduzentin dieses Films.

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