Film-Tipp:«Bram Stoker's Dracula»

Francis Ford Coppolas Hochglanzadaption von «Bram Stoker's Dracula», zeigt den zu ewiger Schattenexistenz verdammten, blutsaugenden Grafen aus Transsylvanien nicht als seelenloses Monster, sondern als anrührende Mixtur aus dandyhaftem Verführer und morbidem, von Liebessehnsucht zerfressenem Greis.

Ein Greis leckt genüsslich an einer Rasierklinge, an der Blutspuren zu sehen sind. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Gary Oldman macht als Graf Dracula London unsicher. SRF/Columbia Pictures Industries, Inc.

Urzeiten ist es her, dass Fürst Darcula (Gary Oldman) über dem Tod seiner geliebten Frau Elisabeta Gott verleumdete und sich in den allseits bekannten, blutsaugenden Untoten verwandelte. Nach Jahrhunderten transsylvanischer Einsamkeit beschliesst dieser nun, ins ferne London des Viktorianischen Zeitalters überzusiedeln. Um seinen Umzug zu arrangieren ruft der lichtscheue Graf Jonathan Harker (Keanu Reeves), den blutjungen Vertreter einer Londoner Immobilienfirma, zu sich.

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Sendeplatz

Freitagnacht um 23:50 Uhr auf SRF zwei

Unverhoftes Ebenbild

Dracula, der sein Aussehen nach Belieben verändern kann, empfängt Harker in der Gestalt eines kauzigen, alten Mannes. Er begrüsst seinen Gast freundlich, erlaubt sich mit dem Ahnungslosen in den folgenden Nächten aber einigen unschönen Schabernack. Dabei entdeckt er bei Harker ein Medaillon mit dem Bildnis von dessen Verlobter Mina (Winona Ryder): Sie ist das exakte Ebenbild von Draculas verstorbener Elisabeta.

Hals über Kopf nach London

Nun gibt es für den seit Jahrhunderten von Liebesleid gequälten Fürsten keinen Einhalt mehr. Er glaubt an die Vorbestimmung des Schicksals, wirft Harker in den Schlosskeller und bricht Hals über Kopf nach London auf. Und die schöne Mina, die sich von ihrem Verlobten Harker schon vergessen sieht, findet an dem in der schmucken Gestalt eines noblen, ungarischen Grafen auftauchenden Dracula mehr Gefallen, als ihr guttut.