Film-Tipp des Tages: «Das Kabinett des Dr. Parnassus»

Terry Gilliam, Ex-Monty-Python-Mitglied und Regisseur von «Brazil» und «Twelve Monkeys», hat einen weiteren fantastischen Film geschaffen. Neben Christopher Plummer und Heath Ledger in seiner letzten Rolle sind auch Andrew Garfield, Jude Law, Johnny Depp und Colin Farrell mit von der Partie.

Ein Mann liest in einem Buch. Eine Frau berührt ihn dabei zärtlich. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Freunde fürs Leben. SRF/Imaginarium Films, Inc./Parnassus Productions Inc.

Zusatzinhalt überspringen

Sendeplatz

Montagnacht um 00:40 Uhr auf SRF 1.

Wo auch immer Doktor Parnassus (Christopher Plummer) und seine Wandertheatertruppe in der heutigen Welt haltmachen, tun sie sich schwer, ein Publikum zu finden. Dabei bietet ihr fahrendes Kabinett mit seinem Zauberspiegel die einmalige Chance, die alltägliche Wirklichkeit zu verlassen und in die eigenen Wünsche einzutauchen. Neben seinen Zauberkünsten birgt der gottgleiche Parnassus noch andere Geheimnisse. So hat er sich vor Jahren in eine Sterbliche verliebt und mit dem teuflischen Mister Nick (Tom Waits) einen Pakt geschlossen: Er tauschte seine Unsterblichkeit gegen Jugend ein, um seine Liebe zu erobern, und der Preis dafür ist die Seele seines Kindes.

Demnächst wird Parnassus' ahnungslose Tochter Valentina (Lily Cole) 16-jährig. Dann will Nick ihre Seele holen. Um dies zu verhindern, geht Parnassus mit dem Teufel eine Wette ein: Er will ihm innert drei Tagen fünf andere Seelen beschaffen, als Entgelt für jene von Valentina. Das Vorhaben scheint aussichtslos, bis Parnassus, Valentina und ihre Gefährten Anton (Andrew Garfield) und Percy (Verne Troyer) einen Selbstmörder retten: Der junge Tony (Heath Ledger) schliesst sich der Truppe an und entpuppt sich als brillanter Seelenfänger; schnell gelingt es ihm, Neugierige durch den Spiegel in die Welt ihrer Träume zu entführen. Valentina verliebt sich in Tony, doch auch dieser hat seine Schattenseiten.

Pittoresker Kampf zwischen Gut und Böse

Ex-Monty-Python-Mitglied Terry Gilliam hat in Filmen wie «Time Bandits», «Brazil» und «The Adventures of Baron Munchausen» immer wieder seine ausufernde Vorstellungskraft auf die Leinwand gezaubert. Mit einer Flut von handgebastelten Effekten und computergenerierten Szenerien inszeniert er einen pittoresken Kampf zwischen dem Guten, das auch lasterhaft ist, und dem Bösen, das durchaus menschliche Züge trägt.

Der Film lässt sich auch quasiautobiographisch lesen, als Manifest eines Bildmagiers, dem das junge Publikum abhanden kommt. Schon in «The Brothers Grimm» hatte Gilliam mit Heath Ledger gearbeitet; in «The Imaginarium of Doctor Parnassus» spielte der Jungstar seine letzte Rolle: Vor Abschluss der Dreharbeiten starb er an einem Medikamentenmix. Um Ledger eine letzte Ehre zu erweisen und den Film zu retten, sprangen Jude Law, Johnny Depp und Colin Farrell ein und übernahmen die Rolle des Tony in den noch nicht gedrehten Sequenzen im Imaginarium.

Neben diesem prominenten Quartett und den Altstars Christopher Plummer sind noch zwei Nachwuchstalente mit von der Partie: Andrew Garfield hat sich inzwischen zum «Amazing Spider-Man» hochgekrabbelt, während das Model und It-Girl Lily Cole seither unter anderem in «Snow White and the Huntsman» mitgewirkt hat.