Film-Tipp des Tages: «Die Liebesabenteuer des Herrn Molière»

Paris 1645. Der junge Molière landet nach dem Bankrott seiner Theatertruppe im Schuldturm. Er wird von einem Geschäftsmann gerettet, der ihn engagiert. Der grosszügige Geldgeber möchte nämlich hinter dem Rücken seiner Frau mit einem eigenen Theaterstück das Herz einer adligen Witwe erobern.

Zwei Männer in mittelalterlicher Kleidung. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Fabrice Luchini als Jourdain, Romain Duris als Molière. SRF/Fidelite Films/Virtual Films/Wild Bunch

Zusatzinhalt überspringen

Sendeplatz

Sonntagnacht um 00:55 Uhr auf SRF 1

Als Sohn eines Pariser Hoftapezierers hat Jean-Baptiste Poquelin (Romain Duris) eigentlich eine gesicherte Zukunft. Doch er schlägt aus der Art, nennt sich Molière und gründet eine Theatertruppe. Der junge Mann ist ein talentierter Gaukler und Possenreisser, sieht sich aber als Diener der hohen dramatischen Kunst. Da er sein Publikum mit Ernst und Pathos langweilt, folgt unweigerlich der Bankrott seiner Truppe. Den Pleitier verschlägt es in den Schuldturm - und von dort aus direkt ins Schloss des bornierten Neureichen Jourdain (Fabrice Luchini).

Verzwickte Liebesgeschichten

Getarnt als Priester soll Molière seinen verheirateten Gönner heimlich helfen, durch eine Theaterdarbietung die Gunst der ebenso reizvollen wie spitzzüngigen Dame Célimène (Ludivine Sagnier) zu gewinnen. Beim Auftritt in ihrem Salon macht sich der talentlose Jourdain erwartungsgemäss vollkommen lächerlich. Obendrein wird er von Molière gehörnt, der sich leidenschaftlich in die schöne, und im Gegensatz zu ihrem Gatten tatsächlich geistreiche Schlossherrin Elmire (Laura Morante) verliebt. Dank Molières geschicktem Taktieren wird Jourdain am Ende vieler Verwicklungen jedoch als würdevoller Ehemann rehabilitiert. Der junge Dichter indes verzichtet auf seine grosse Liebe Elmire und widmet sich auf deren Rat hin seinem überbordenden komischen Talent.

Biografische Lücke

Von Molière (1622 bis 1673), Frankreichs berühmtestem Dramatiker, sind weder Originalmanuskripte noch Briefe erhalten. Seine Biografie bot schon früh Stoff für Legendenbildung. 1643 gründete die Familie Béjart mit dem 21-jährigen Jean-Baptiste Poquelin, der sich später Molière nannte, eine Theatertruppe, die sich auf Tragödien spezialisierte. Das Unternehmen war ein Misserfolg, mit jeder Aufführung wuchs der Schuldenberg.

1645 verschwand Molière von der Bildfläche. 1658 kehrt er mit einer neuen Truppe nach Paris zurück und eroberte mit seinen Komödien die Gunst des Publikums. Er wurde zum Schützling von Philipp, dem jüngeren Bruder von König Ludwig XIV. Laurent Tirards Film «Die Liebesabenteuer des Herrn Molière», angesiedelt genau in den Jahren von Molières Abwesenheit, versucht die biografische Lücke auf spielerische Art zu schliessen.