Film-Tipp des Tages: «Fargo – Blutiger Schnee»

Ein verschuldeter Autohändler versucht, mit einer dilettantischen Entführung seiner Frau, Lösegeld vom reichen Schwiegervater zu erpressen. Mittlerweile erlebte «Fargo» eine triumphale Wiederauferstehung als TV-Serie. Zu sehen ist das Serien-Highlight ab dem 19. September 2016 auf SRF zwei.

Zwei Männer stehen im verschneiten Wald. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Killer: Peter Stormare als Gaear Grimsrud, Steve Buscemi als Carl Showalter Copyright SRF/Twentieth Century Fox

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Sendeplatz

Samstagnacht um 23:30 Uhr auf SRF zwei.

In der tief verschneiten Landschaft von Minnesota versucht der Autohändler Jerry Lundegaard (William H. Macy), seinem kümmerlichen Leben eine Wende zu geben. Um seine Schulden abzuzahlen und sich anschliessend selbstständig zu machen, inszeniert er die Entführung seiner eigenen Frau Jean (Kristin Rudrud), in der Hoffnung, von seinem patriarchalischen Schwiegervater Wade Gustafson (Harve Presnell) Lösegeld erpressen zu können. Für sein raffiniertes Täuschungsmanöver hat er die beiden Ganoven Carl Showalter (Steve Buscemi) und Gaear Grimsrud (Peter Stormare) angeheuert.

Blutrote Spur

Anfangs scheint alles einigermassen nach Plan zu laufen, und Jerrys Frau ist eines Feierabends nicht mehr zugegen. Aber danach gerät die scheinbar narrensichere Geldbeschaffungsmethode ausser Kontrolle. Statt sich unerkannt aus dem Staub zu machen, hinterlassen die Entführer eine breite, mit Leichen gepflasterte Spur in der eisig kalten Schneelandschaft. Für die hochschwangere Polizistin Marge Gunderson (Frances McDormand) ist es keine besonders erfreuliche, aber dafür recht einfache Sache, die Täter zu finden. Doch Jerry will immer noch das Geld, das der knausrige Schwiegervater für seine Tochter nicht herausrücken will.

Definitiver Durchbruch der Coen-Brüder

Bereits mit ihrem Erstling «Blood Simple» (1984) machten die Brüder Joel und Ethan Coen dem Publikum Lust auf mehr. In der abgefahrenen Kidnapping-Komödie «Raising Arizona» (1987) verfolgten sie die späteren Oscargewinner Holly Hunter und Nicolas Cage in fulminanten Kamerafahrten. Mit «Miller's Crossing» (1990) boten sie ein beeindruckendes Mafiaepos, und in «Barton Fink» (1991) etablierten sie John Turturro als Idealdarsteller für verquere Spinner.

Nach dem schön gezimmerten Multimillionen-Dollar-Flop «The Hudsucker Proxy» (1994) kehrten die Coens mit «Fargo» zu ihrem Low-Budget-Leisten zurück und gewannen 1996 in Cannes den Preis für die Beste Regie. Für den Drehbuchoscar und den Academy Award für Frances McDormand als Beste Nebendarstellerin reichte es ebenfalls. Mit seiner Rolle als glückloser Autohändler feierte William H. Macy ein Comeback, und Peter Stormare, der einst mit Ingmar Bergman drehte, macht ebenfalls Karriere in Hollywood.

Gross im Geschäft

Nach dem Western-Remake «True Grit» sorgten die beiden Coens zuletzt mit der Musikerbiografie «Inside Llewyn Davis» und mit «Hail Caesar!», einer irren Reminiszenz an die goldenen Jahre der Hollywoodstudios, für Furore.