Film-Tipp des Tages: «Gefährten»

Als man sein geliebtes Pferd einzieht, verpflichtet sich Albert für die Front. Es beginnt eine grauenhafte Odyssee durch die Schützengräben Europas. Eindrückliches Weltkriegsepos von Steven Spielberg

Ein junger Mann und sein Pferd. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Jeremy Irvine als Albert Narracott. SRF/Dreamworks II Distribution Co., LLC

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Sendeplatz

Samstag um 20:00 Uhr auf SRF zwei

1914. Der junge Albert Narracott (Jeremy Irvine) lebt zusammen mit Vater Ted (Peter Mullan) und Mutter Rosie (Emily Watson) auf einem ärmlichen Bauernhof im britischen Devon. Der Vater kämpft nicht nur mit den kargen Feldern, die er zu vergeblich zu bewirtschaften versucht, auch der Alkohol setzt dem Veteran der Burenkriege arg zu.

Eines Tages ersteigert Ted bei einer Auktion einen prächtigen Hengst, ohne dafür aber das nötige Geld zu besitzen. Damit stösst er seine Familie weiter ins Elend, ist das Pferd mit Namen Joey doch widerspenstig und eignet sich für schwere Feldarbeit in keiner Weise. Als Ted das Tier wieder abstossen will, interveniert Albert, der an Joey seinen Narren gefressen hat. Er verspricht das Tier so zu trainieren, dass es den Pflug über den steinigen und trockenen Acker ziehen kann. Zum Erstaunen aller gelingt dieses Unterfangen, so dass Joey schliesslich bei den Narracotts bleiben kann.

Grauenhafte Odysse durch Europa

Doch das Glück währt nur kurz. Um seine Schulden beim hartherzigen Grundbesitzer Lyons (David Thewlis) begleichen zu können, verkauft Ted Joey an die britische Armee. Die ist nach Kriegsausbruch 1914 auf der Suche nach Reitmaterial für die Kavallerie. Damit beginnt für Joey eine grauenhafte Odyssee quer durch Europa. Seine Karriere als Reitpferd für Captain Nicholls (Tom Hiddleston) ist nur von kurzer Dauer. Nachdem dieser von deutschen Maschinengewehren aus dem Sattel geholt wurde, zieht Joey bald schon Ambulanzkutschen über das Schlachtfeld. Dann dient das eigenwillige Pferd zwei deutschen Soldaten zur Flucht, beflügelt bald die Träume eines französischen Mädchens und zieht schliesslich schwere Kanonen den Berg hinauf. Inzwischen ist auch Albert auf dem Kontinent angekommen und kämpft als britischer Infanterist in den Schützengräben.

Freundschaft zwischen Mensch und Tier

Bevor Steven Spielberg daraus einen epischen Bilderbogen gestaltete, wurde Michael Morpurgos Bestseller «War Horse» bereits für die Bühne bearbeitet und feierte damit grosse Erfolge. Für seine Fassung konnte Spielberg dann aus dem Vollen schöpfen, und es gelang ihm, mit dieser Geschichte um eine aussergewöhnliche Freundschaft in Kriegszeiten. wieder an seine frühen Erfolge anzuknüpfen. Zwar spart Spielberg die grausamen Details des Grabenkrieges nicht aus. Gleichzeitig aber stellt er die Freundschaft zwischen Mensch und Tier als exemplarisch für eine bessere Welt heraus. Kritiker und Publikum zeigten sich von der emotionalen Achterbahnfahrt gleichermassen begeistert.