Film-Tipp des Tages: «Im Namen des ...»

Priester Adam fand seine Berufung mit 21 Jahren. Seither kümmert er sich in einem Dorf um schwer erziehbare Jugendliche. Mit seinem grossen Herzen zieht er die Aufmerksamkeit von Ewa auf sich. Er kann ihre Zärtlichkeit aber nicht erwidern, denn insgeheim fühlt er sich von Männern angezogen.

Eine Gruppe von Männern sitzt am Tisch und isst. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Muss seine Sexualität geheim halten: Andrzej Chyra als Priester Adam (Mitte r.). SRF/Xenix Filmdistribution

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Sendeplatz

Donnerstagnacht in Delikatessen um 00:15 Uhr auf SRF 1

Priester Adam (Andrzej Chyra) betreut schwer erziehbare Jugendliche zusammen mit dem Lehrer Michael (Lukasz Simlat). Die Jugendlichen im Zaum zu halten, ist keine einfache Aufgabe. Ständig drohen Konflikte auszubrechen. Adam führt die Jugendlichen als gutes Vorbild mit grossem Herzen an.

Das bleibt auch bei seinen weiblichen Kolleginnen nicht unerkannt. Ewa (Maja Ostaszewska) ist fest entschlossen, Adams Herz zu erobern. Dieser lässt es sich nicht nehmen, mit ihr zu tanzen und nimmt ihre selbst gebackenen Kuchen als Geschenke gerne an.

Drama über Selbstverleumdung

Ihren zärtlichen Annäherungsversuchen gegenüber zeigt er aber die kalte Schulter. Er fühlt sich von Männern angezogen. Das muss er aber vor den Jugendlichen, der katholischen Kirche und Ewa geheim halten. Als der junge Lukasz (Mateusz Kosciukiewicz) eines Abends mit einer zerschlagenen Nase vor seiner Wohnungstür auftaucht, kümmert sich Adam wie immer warmherzig um ihn. Später kommen sich die beiden beim Schwimmunterricht zum ersten Mal näher. Langsam entwickelt sich eine Beziehung, die Gefühle erwachen. Und mit ihnen droht Adams Geheimnis an die Öffentlichkeit zu gelangen.

Das polnische Drama über die Verwirrung der Gefühle, Selbstverleumdung und Gesellschaftswandel vermochte die Kritiker zu überzeugen: «Ein Werk, das sich voll und ganz dem Menschen und seiner emotionalen Verzweiflung widmet. Dass sie dabei nicht mit dem groben Pinsel vorgeht, sondern allen Figuren ihre Wunden und Fehler zulässt, zeichnet [Malgorzata Szumowska] als ganz grosse Regisseurin aus», lobt Patrick Wellinski von kino-zeit.de.

Preisgekrönt

Die Lobeshymnen gelten nicht nur der Regisseurin. So schreibt kino.de: «Bis zum sehr überraschenden Ende, das mehrere Deutungen zulässt, trägt Andrzej Chyra den Film als Hauptfigur mit ernster Miene und Ambivalenz zwischen gläubigem Gottesmann und menschlichem Sünder.» An der Berlinale wurde der Film im Jahr 2013 denn auch gebührend geehrt und gewann den prestigeträchtigen Teddy Award, die Auszeichnung des Festivals für queeres Filmschaffen.