Film-Tipp des Tages: «Insomnia – Schlaflos»

Al Pacino brilliert in der Rolle des schlaflosen Cops, der im hohen Norden langsam paranoid wird. Der inzwischen für seine Batman-Verfilmungen und «Inception» bekannte Regisseur Christopher Nolan bewies bereits mit «Insomnia» sein Gespür für fesselnde Geschichten und atmosphärische Bilder.

Zwei Männer in einem Handgemenge. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Will Dormer (Al Pacino) packt den Schriftsteller Finch (Robin Williams) am Kragen. SRF/Warner Brothers

Will Dormer (Al Pacino) ist der Stardetektiv des Los Angeles Police Department. Als in Alaska ein brutaler Mädchenmord die Gemüter erregt, ist er jedoch gerne bereit, den Fall fern der Heimat zu übernehmen. Zu Hause droht ihm nämlich die Dienstaufsicht mit einem Verfahren wegen Korruption. Und sein langjähriger Partner Hap (Martin Donovan) scheint willig, Aussagen zu machen, die ihn belasten könnten. Das Zerwürfnis belastet ihre gemeinsame Reise in den hohen Norden. Im kleinen Fischerdorf Nightmute werden sie von der jungen Detektivin Ellie Burr (Hilary Swank) empfangen. Diese entpuppt sich als glühende Verehrerin von Dormer und ist begierig, von ihm zu lernen.

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Sendeplatz

Dienstag um 23:15 Uhr auf SRF zwei.

Dormer macht seinem Ruf bald schon alle Ehre: Rasch erkennt er, dass nur der zurückgezogen lebende Schriftsteller Finch (Robin Williams) der Mörder sein kann. In einer Fischerhütte will er diesen in eine Falle locken. Doch dann, im Chaos der Verfolgung, behindert dichter Nebel die Sicht, es fällt ein einzelner Schuss. Finch entkommt, und Hap liegt tödlich getroffen am Boden.

Hat Finch den Schuss abgefeuert oder Dormer etwa selber seinen Partner auf dem Gewissen? Die Indizien sprechen Dormer vorerst von jeder Schuld frei. Nach dem tragischen Vorfall stürzt sich dieser noch verbissener in den Fall und lässt sich mehr und mehr auf die cleveren Manipulationen seines Gegenspielers ein. Doch nicht nur Finchs psychologische Katz-und-Maus-Spielchen machen dem Cop aus Los Angeles zu schaffen: Das unerbittliche Licht der Mitternachtssonne hält ihn vom Schlaf ab, und er steigert sich in seiner Erschöpfung immer mehr in eine fatale Paranoia hinein.

Regielegende Nolan

Der Brite Christopher Nolan hat seit dem Gedächtnisverlust-Thriller «Memento» eine treue Fan-Gemeinde. Doch während jener Film mit seiner vertrackten Erzählstruktur für ein an Mainstream gewöhntes Publikum eher schwer zugänglich war, ist «Insomnia» ein gradlinig erzählter Vertreter des Genres. Er basiert auf dem gleichnamigen Sleeper-Hit des norwegischen Regisseurs Erik Skjoldbjærg.

Das Remake packt durchwegs dank einer zügig erzählten Story, der herausragenden Leistung von Al Pacino und der atmosphärischen Fotografie. Dem Licht als Gestaltungsmittel kommt dabei eine wichtige Rolle zu: Die gleissende Mitternachtssonne verfolgt den schlaflosen Cop Tag und Nacht. Die intensive Helligkeit der Aussenaufnahmen wird dabei mit sehr düsteren Innenräumen, etwa Dormers abgedunkeltem Hotelzimmer, kontrastiert.

Gedreht wurde nicht in Alaska selber, sondern in British Columbia. Neben Al Pacinos Dormer sind Robin Williams als sein durchgeknallter Gegenspieler Finch, Hilary Swank als unerfahrene, aber clevere Polizistin Ellie Burr und Martin Donovan als Dormers Partner Hap in weiteren Hauptrollen zu sehen. Als ausführende Produzenten fungierten unter anderem George Clooney und Steven Soderbergh mit ihrer Produktionsfirma Section Eight Ltd.