Film-Tipp des Tages: «Iraqi Odyssey»

Bärtiger Männer, Frauen in schwarzen Umhängen, zerstörte Landschaften – Bilder westlicher Nachrichten aus dem Irak. Dagegen stehen Bilder der 1950er- und 60er-Jahre: Filme mit frivoler Musik, westlich gekleidete Frauen, die studieren, elegante Männer in Bagdad. Wie konnte es so weit kommen?

Zwei Männer auf dem Roten Platz in Moskau Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Filmemacher Samir und sein Cousin Jamal Al Tahir in Moskau. Copyright SRF/Samir

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Sendeplatz

Mittwochnacht um 00:10 Uhr auf SRF 1.

Jeder fünfe Iraker lebt in der Diaspora. Die Regierung des Iraks ist schwach, Fundamentalisten beherrschen das Land. Diesem Bild stellt der Filmemacher Samir Familienerinnerungen aus den 1950er- bis 70er-Jahren gegenüber: ein blühender, fortschrittlicher Staat. Anhand seiner Familie erzählt der Filmemacher Samir, wie es so weit kommen konnte.

Auch Samis Verwandte sind überall auf der Welt zerstreut. Doch die Sehnsucht nach der Heimat ist stark. Samirs Vater, der aus der Schweiz in den Irak zurück wollte, kam während des Irak-Iran-Krieges ums Leben. Am Beispiel seiner irakischen Familie schildert der Filmemacher den Traum von Moderne, gesellschaftlichem Fortschritt und dem Wunsch nach Freiheit.

Dank einzigartigem Archivmaterial aus privaten und staatlichen Quellen erleben die Zuschauerinnen und Zuschauer die osmanische Ära, die Jahre des britischen Völkerbundmandats, die Hoffnungen auf Unabhängigkeit, die Machtübernahme der Baath-Partei und die Radikalisierung unter Saddam Hussein sowie die Mitverantwortung des Westens für den Zusammenbruch weiter Teile dieser Welt.