Film-Tipp des Tages: «Jim Carroll - In den Strassen von New York»

Jim Carroll ist ein begabter Schüler und talentierter Basketballspieler, doch nach dem Tod seines besten Freundes stürzt er ab in die Drogenhölle. Der Star des College-Basketball-Teams ist zum jämmerlichen Heroinjunkie geworden, und der Weg zurück ist alles andere als einfach.

Zwei Männer in Boxershorts klatschen in die Hände. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Patrick McGaw als Neutron, Leonardo DiCaprio als Jim Carroll. SRF/1995 Orion Pictures

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Sendeplatz

Donnerstagnacht um 23:20 Uhr auf SRF zwei

Mit acht Jahren hat Jim Carroll (Leonardo DiCaprio) den Lieben Gott zum Basketball-Finalspiel eingeladen, doch Er kam nicht. Inzwischen sind ein paar Jahre vergangen, und zusammen mit seinen Kollegen Mickey (Mark Wahlberg), Pedro (James Madio) und Neutron (Patrick McGaw) macht Jim die Nachbarschaft unsicher. Zur wahren Form laufen die katholischen College-Boys erst auf dem Basketballfeld auf.

Voll unterstützt werden sie von ihrem Coach Swifty (Bruno Kirby) – ausser wenn sie ihr gegnerisches Team bestehlen; dann überlässt er sie ihrem Schicksal. Doch für die Mannschaft ist die Schlägerei nach dem Match ein besonderer Kick. Dabei macht einer allerdings nicht mit: Bobby (Michael Imperioli). An Leukämie erkrankt, liegt Jims bester Freund im Spital. Als Einziger der Klasse kümmert sich Jim um den Krebskranken, und daher trifft es ihn auch am stärksten, als Bobby stirbt. Immer tiefer gleitet Jim in die Drogensucht ab.

Dokumentierter Totalabsturz

Seine Heroinerfahrungen dokumentiert Jim minutiös in seinem Tagebuch, doch selbst seine souveräne Beobachtungsgabe kann den totalen Absturz nicht verhindern. Vorbei ist es mit der vielversprechenden Basketballer-Karriere, vorbei mit der Vision, einst ein grosser Schriftsteller zu werden. Auf dem Tiefpunkt seines jungen Lebens wird Jim von seinem alten Basketball-Kumpel Reggie (Ernie Watson) aufgenommen und entgiftet, doch der Erfolg hält nicht lange an. Erst als Jims Mutter (Lorraine Bracco) ihn vor der eigenen Wohnungstür verhaften lässt, dämmert es dem Jungen, was es geschlagen hat.

Bestsellerautor Jim Carroll begann seine «Basketball Diaries» in einfache Schulhefte zu kritzeln, als er gerade einmal 13 Jahre alt war: Von 1963 bis 1966 dokumentierte der Teenager mit entwaffnender Strassenpoesie sein Leben als katholischer Collegeboy in den Strassen der Bronx, seinen Abstieg vom geförderten Basketball-Wunderkind zum Drogenwrack, das seinen Körper verkauft, um Geld für den nächsten Fix zu beschaffen.

Junges Schauspieltalent

In einer eindrücklichen Parforce-Tour verkörpert «Titanic»-Superstar Leonardo DiCaprio den kurzen Höhenflug und jähen Absturz von Jim Carroll. Bereits in diesem frühen Werk ist DiCaprios Schauspieltalent offensichtlich. Dennoch musste er bis 2016 warten, bis er endlich den wohlverdienten Oscar für seine Rolle in «The Revenant» erhielt.

Neben dem schmächtigen DiCaprio fällt der muskulöse Körper von Hobby-Rapper und Calvin-Klein-Model Mark Wahlberg doppelt auf. Wahlberg - damals noch kein Schauspielstar – gehört seit seinen Rollen in «Boogie Nights», «The Fighter» und «Lone Survivor» auch zur Crème de la Crème Hollywoods.