Film-Tipp des Tages: «John F. Kennedy – Tatort Dallas»

Wer steckte hinter der Ermordung John F. Kennedys? War Lee Harvey Oswald ein Einzelgänger oder nur der Strohmann für eine üble Verschwörung? Seit jenem schicksalshaften 22. November 1963, der die Welt erschütterte, streiten sich die Gelehrten über diese Fragen.

Jackie Kennedy lehnt sich über ihren getroffenen Gatten John. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die offenen Limousine des Präsidenten, Sekunden nach dem Attentat. Copyright SRF/Warner Bros. Ent.

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Sendeplatz

Sonntagnacht um 23:50 Uhr auf SRF 1.

Mit dem knappen Wahlsieg John F. Kennedys über Richard Nixon als Nachfolger Eisenhowers bricht 1960 in den USA eine neue Ära an. Auf die Kubakrise folgen Zeichen der Entspannung zwischen der Kennedy-Regierung und dem kommunistischen Inselstaat. Bei einem Besuch in Dallas im November 1963 wird Kennedy erschossen - und eine Welt bricht zusammen. Auch Bezirksanwalt Jim Garrison (Kevin Costner) in New Orleans ist entsetzt über diese Bluttat, obwohl er Kennedys liberale Ansichten nicht immer geteilt hat.

Ermittlungen auf eigene Faust

Als Lee Harvey Oswald (Gary Oldman), der vermeintliche Mörder, verhaftet wird und sich im Fernsehen als Strohmann bezeichnet, wird Garrison stutzig. Weil Oswald sich lange in New Orleans aufgehalten hat, beschliesst Garrison, mit seinem Stab eigene Ermittlungen anzustellen. Dabei stösst er in Oswalds Umfeld auf zwielichtige Gestalten wie den rechtskonservativen Piloten David Ferrie (Joe Pesci), den ehemaligen FBI-Mann Guy Banister (Edward Asner), den mächtigen Geschäftsmann Clay Shaw (Tommy Lee Jones) und eine Anzahl unzufriedener Exilkubaner.

Infolge verschiedener Widersprüche in der offiziellen Darstellung Oswalds als Einzeltäter fühlt sich Garrison in seinem Glauben an eine Verschwörung bestärkt. Seine zunehmende Besessenheit droht seine Familie zu zerstören und seinen Ruf als Bezirksanwalt zu ruinieren. Als er Clay Shaw als Mitverschwörer vor Gericht bringt, gerät er endgültig in Teufels Küche.

Stone wie Jim Garrison

Oliver Stones Besessenheit in Bezug auf sein Idol John F. Kennedy und dessen Ermordung steht derjenigen von Jim Garrison in nichts nach. Sein eigenes Plädoyer für die Verschwörungstheorie lieferte er in Form eines brillant gemachten Agitprop-Films, der 1991 zum Kassenschlager wurde und zudem einen einmaligen Wirbel in Medien- und Politkreisen auslöste.

Staraufgebot vor und hinter der Kamera

Neben Hauptdarsteller Kevin Costner sind noch weitere Stars als historische Figuren zu sehen: Gary Oldman («The Dark Knight») verkörpert Lee Harvey Oswald, Tommy Lee Jones («Lincoln») stellt Clay Shaw dar, Joe Pesci mimt den schrägen Vogel David Ferrie, und Sissy Spacek spielt Garrisons schwer geprüfte Frau Liz.

In weiteren Rollen wirken Jack Lemmon, Walter Matthau, John Candy und Donald Sutherland mit. Für die brillante Montage des Films wurden der Schweizer Pietro Scalia und sein Kollege Joe Hutshing seinerzeit mit einem Oscar ausgezeichnet, und Kameramann Robert Richardson, der mittlerweile zu den bekanntesten Kameraleuten gehört (unter anderem «Django Unchained»), errang ebenfalls einen Academy Award. Stone selbst gewann mit «JFK» den Golden Globe für die Beste Regie.