Film-Tipp des Tages: «Land der Wunder»

Gelsomina wächst auf einem Bauernhof in Umbrien auf. Als Älteste von vier Schwestern assistiert sie ihrem Vater bei der Bienenzucht. Als sie den Betrieb heimlich bei der Fernsehshow «Land der Wunder» anmeldet, um zu Geld zu kommen, kommt es zum offenen Konflitk zwischen Vater und Tochter.

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Bildlegende: Zwei Schwestern: Maria Alexandra Lungu als Gelsomina, Agnese Graziani als Marinella Copyright SRF/Simona Pampallona

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Sendeplatz

Donnerstag um Mitternacht auf SRF 1.

Für die Jäger einer ländlichen Gegend in Umbrien sieht das Haus verlassen aus, doch auf dem abgelegenen Hof wohnen die 14-jährige Gelsomina (Maria Alexandra Lungu), ihre Eltern und jüngeren Schwestern schon seit Jahren. Der Alltag besteht aus der Tomatenernte, dem Schafehüten und der eigentlichen Einnahmequelle der Familie: der Honigproduktion.

Bienenexpertin und Ersatzmutter

Neben Vater Wolfgang (Sam Louwyck) ist Gelsomina die Bienenexpertin der Familie, sie hilft ihrem Vater, wo sie kann. Bereits jetzt kommt sie mit den Bienen besser zurecht als er und kümmert sich nebenbei um ihre drei Schwestern, um ihre völlig überforderte Mutter Angelica (Alba Rohrwacher) zu entlasten. Die Anerkennung, die sie dafür bekommt, ist minim. Wolfgang, dessen einstige Aussteigerfantasien längst der Realität Platz machen mussten, ist ein missmutiger Patriarch. Seine rebellischen Ausbrüche treffen längst nur noch die Familie, die zu seiner Enttäuschung nur aus Frauen besteht.

Eines Tages beobachten Gelsomina und ihre Schwestern, wie in den Ruinen eines etruskischen Theaters die Fernsehsendung «Land der Wunder» aufgezeichnet wird. Die Moderatorin Milli Catena (Monica Belluci) verspricht als gute Fee derjenigen Familie eine Menge Geld, die sich mit ihren ländlichen Produkten am klarsten für die Erhaltung der Tradition einsetzt. Als Gelsomina den Honigbetrieb der Familie heimlich anmeldet, um ihn vor dem Verschwinden zu retten, stellt sie sich endgültig gegen Wolfgangs Lebensentwurf.

Grosse Talente vor und hinter der Kamera

Nach «Corpo celeste» stellte die italienisch-deutsche Regisseurin Alice Rohrwacher 2014 ihr grosses Regietalent mit «Le Meraviglie» erneut unter Beweis. Sie wurde dafür am Filmfestival Cannes mit dem Grossen Preis der Jury belohnt. In ihrem einfühlsamen Drama spielen ihre ältere Schwester Alba Rohrwacher, der belgische Schauspieler Sam Louwyck und die Schweizerin Sabine Timoteo. Höchst beeindruckend sind die vier Kinderdarsteller, allen voran Maria Alexandra Lungu, die als Hauptfigur Gelsomina ihr Schauspieldebüt gab und im italienischen Kino als grosse Entdeckung gilt.