Film-Tipp des Tages: Monsieur Lazhar

Nach dem plötzlichen Tod der Lehrerin lernen die Schüler einer Montrealer Schule bei Herrn Lazhar. Der ältere Immigrant gewinnt die Herzen der Schüler im Nu. Publikumsliebling am Filmfestival Locarno.

Ein Mann in einem Klassenzimmer. Im Hintergrund ist ein Globus zu entdecken. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Mohamed Felag als Monsieur Lazhar. SRF/Agora Films

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Sendeplatz

Donnerstagnacht um 00:15 Uhr auf SRF 1.

In einem Schulhaus in Montreal erleben die Kinder einer Klasse einen Schock: Ihre Lehrerin hat sich in ihrem Klassenzimmer erhängt. Während noch Chaos herrscht an der Schule und Schüler wie Lehrer zutiefst betroffen sind, taucht ein älterer Mann im Büro der Schulleiterin (Danielle Proulx) auf und bewirbt sich für die frei gewordene Stelle. Kurzentschlossen stellt sie den Algerier Monsieur Bachir Lazhar (Mohamed Fellag) ein.

Obwohl er zuvor noch nie unterrichtet hat, gelingt es Lazhar rasch, den Zugang zu den Kindern zu finden. Besonders Simon (Emilien Néron) interessiert ihn. Dessen beste Freundin Alice (Sophie Nélisse) macht dem Knaben Vorwürfe, er habe zur Verzweiflung ihrer Lehrerin beigetragen. Dabei hat Simon schon genug damit zu kämpfen, dass er es war, der die Lehrerin tot aufgefunden hat.

Gegen die Anweisung der Schulleitung, die eigens für dieses Thema eine Psychologin engagiert hat, lässt Monsieur Lazhar die Kinder in seinem Unterricht über den Selbstmord der Lehrerin sprechen. Insbesondere für Alice und Simon erweist sich Lazhars offener, aber auch bestimmter Umgang mit dem Thema als heilsam. Niemand weiss, dass auch der Lehrer selbst mit einem schrecklichen Verlust fertig werden muss. Nicht alle Eltern sind von Lazhars Lehrmethoden begeistert. Als sich herausstellt, dass Lazhar kein Lehrdiplom hat, muss er sich von der Klasse verabschieden.

Über die Produktion

Der Film «Monsieur Lazhar» basiert auf einem Theaterstück von Evelyne de la Chenelière. Auf äusserst feinfühlige Art wird hier das Verhältnis eines älteren Mannes und einer Gruppe von Kindern betrachtet und gleichzeitig auch das Verhältnis eines Fremden zum Land, in das er einst geflohen ist. Der kanadische Regisseur Philippe Falardeau wurde für sein Drama über den Umgang mit Verlust mit einer Oscar-Nomination geehrt und mit dem Publikumspreis am Filmfestival Locarno. In seinem neuesten Film «The Good Lie» spielen Reese Witherspoon («Walk the Line», «Water for Elephants») und Corey Stoll («House of Cards») die Hauptrollen.