Film-Tipp des Tages: Once – Liebe nach Noten

Die Balladen eines jungen Strassenmusikers in Dublin lassen eine junge Frau aus Osteuropa innehalten. Die mittellose Pianistin blüht bei der Gelegenheit auf, mit ihm Songs für eine Probeaufnahme zu komponieren. Bei der intensiven Zusammenarbeit lernen sich die beiden kennen und kommen sich näher.

Eine Gruppe von hip gekleideten Frauen und Männern in einem Keller. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Band. SRF/Kinowelt

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Sendeplatz

Montagnacht um 00:45 Uhr auf SRF 1.

Eine Strassenecke in Dublin ist die Bühne, auf der ein junger Ire (Glen Hansard) tagsüber mit seiner Gitarre etwas Geld einspielt, und sie wird zum Ort einer Begegnung, die seine Musik und sein Leben gleichermassen beflügelt. Abends, wenn die Strassen sich geleert haben, lässt der junge Mann dort seinen Gefühlen freien Lauf und stimmt mit gebrochenem Herzen traurige Balladen an. Eine junge Pianistin (Markéta Irglová) bleibt stehen, um zuzuhören. Weil sie sich kein Klavier leisten kann, nimmt sie den jungen Mann mit in ein Musikfachgeschäft und spielt ihm Mendelssohn.

Über die Musik kommen sich die beiden langsam näher. Sie gewähren einander Einblick in ihre Leben, er ein Aushilfsreparateur von Staubsaugern mit dem Traum einer Musikerkarriere, sie eine Pianistin aus Osteuropa, die ihr Einkommen als Putzfrau bestreitet und sich ein neues Leben aufbauen will. Gemeinsam entwickeln sie Songs für eine Probeaufnahme; aufrichtige, einfache Stücke, die vom Leben am Rande der modernen Gesellschaft erzählen und vom Schmerz der Liebe.

Festivalliebling

«Once» machte als Publikumsliebling an Festivals wie Sundance Furore und geriet in den Kinos zum Überraschungs-Hit, an den die Zuschauerinnen und Zuschauer ihr Herz verloren. Schliesslich spielten Markéta Irglová und Glen Hansard auf der Bühne der Oscar-Verleihung vor den Augen von Hollywood-Stars sowie der ganzen Welt und durften gar - merklich verdattert - die Trophäe für den Besten Song entgegennehmen - all dies als Folge eines kleinen, unprätentiösen Musikfilmes, den John Carney, der irische Regisseur und vormalige Band-Kollege von Glen Hansard aus der Folkpop-Band The Frames, innert 17 Tagen mit einfachen Mitteln und liebevoller Sorgfalt drehte.

Der Film bildet eine dermassen harmonische Einheit mit seiner Geschichte und den sich wie organisch entwickelnden Songs, dass er die tatsächlichen Erlebnisse des Paars zu dokumentieren scheint. In diesem Fall imitierte jedoch das Leben die Kunst, wurden Irglová und Hansard doch erst nach Fertigstellung des Filmes ein Paar. Inzwischen sei die Beziehung auseinandergegangen, die beiden bereisen aber nach wie vor als Duo namens The Swell Season die Konzertsäle