Film-Tipp des Tages: «Psycho»

Die junge Marion Crane steigt auf ihrer Flucht vor der Polizei in einem Motel ab, das vom eigenbrötlerischen Norman Bates geführt wird, der mit seiner Mutter lebt. Als die Durchreisende spurlos verschwindet, machen sich ihre Familie und ein Privatdetektiv in Bates' Motel auf die Suche nach ihr.

Ein Mann und eine Frau stehen sich gegenüber. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die fesche Marion Crane (Janet Leigh) und der schüchterne Norman Bates (Anthony Perkins). Copyright SRF/1960 Shamley Productions, Inc. Renewed 1988 by Universal City Studios, Inc.

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Sendeplatz

Sonntagnacht um 00:40 Uhr auf SRF 1.

Marion Crane (Janet Leigh) arbeitet als Sekretärin in Phoenix, Arizona; Sam Loomis (John Gavin), ihr Liebhaber, betreibt ein Geschäft in Kalifornien. Doch für eine Ehe fehlt das Geld. Nur in schäbigen Hotels können sich die beiden heimlich treffen. Das will die attraktive Marion ändern, indem sie ihrem Chef 40 000 Dollar entwendet und sich mit dem Geld nach Kalifornien auf den Weg macht.

Unterwegs aber packen sie Skrupel. Zudem zwingt ein Unwetter sie, nachts in einem einsamen Motel haltzumachen. Der junge Besitzer, Norman Bates (Anthony Perkins), ist angetan von dem späten weiblichen Gast, ganz im Gegenteil zu seiner – wie es scheint – unsichtbar bleibenden alten Mutter. Marion Crane bezieht Apartment Nummer 1 – und verschwindet spurlos. Als bald danach der Privatdetektiv Milton Arbogast (Martin Balsam), dann Marions Freund Sam und ihre Schwester Lila (Vera Miles), die auf der Suche nach der Vermissten sind, bei Bates auftauchen, ahnen sie nicht, in welch bedrohliche Lage sie sich begeben.

Hitchcocks Schocker «Psycho» wurde zum Klassiker, sozusagen zur Mutter aller Psychothriller. Keiner der Nachfolger und der vielen Imitate hat das Original erreicht. Der mit geringem Budget gedrehte Schwarz-Weiss-Film blieb das Mass vieler Horrorfilme – gerade weil er wegen der rigideren Moralvorstellungen der 1960er-Jahre nichts zeigen durfte, es aber virtuos verstand, dem Publikum gehörige Schrecken einzujagen.

So erlangte die viel zitierte Duschszene ihre Berühmtheit, weil der eigentliche Mord im Kopf des Publikums stattfindet, angeregt durch die bedrohlichen Blickwinkel, die virtuosen Schnitte und schrillen Violinen der Musik. Dazu kam Hitchcocks clevere Vermarktungsstrategie. Zum ersten Mal wurde einem der Einlass nach Beginn des Films nämlich verwehrt, was zu langen, werbewirksamen Schlangen vor den Kinos führte.